Gericht von

Tirol: "Tyrann" verurteilt

48-Jähriger soll Schwester mit Hammer und Säge attackiert haben - fünf Jahre Haft

Gericht - Tirol: "Tyrann" verurteilt

Wegen versuchten Totschlags mit einem Hammer und einer Säge an seiner Schwester im August 2010 ist ein 48-jähriger Tiroler am Innsbrucker Landesgericht zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Von dem in der Anklage erhobenen Vorwurf des versuchten Mordes wurde der Mann jedoch von allen Geschworenen freigesprochen.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, mehrmals auf die Frau im elterlichen Wohnhaus eingeschlagen zu haben. Verteidiger Albert Heiss stellte nach der Urteilsverkündung den Antrag auf Aufhebung der U-Haft. Diesem wurde vom Gericht stattgegeben.

Somit war der Angeklagte noch am Dienstag - vorerst - ein freier Mann. Die Gründe für eine Untersuchungshaft würden nicht mehr vorliegen, erklärte Richter Peter Friedrich. Das Urteil gegen den 48-Jährigen war vorerst noch nicht rechtskräftig. Als mildernd wertete der Richter in der Urteilsbegründung den ordentlichen Lebenswandel des Beschuldigten vor dem Tatzeitpunkt. Die Tat des Tirolers sei außerdem nicht zuletzt auch als "Affekthandlung" zu werten gewesen.

"Erhebliche affektive Erregung"
Psychiater Reinhard Haller hatte dem Beschuldigten zuvor vor Gericht eine zur Tatzeit "zwar eingeschränkte, aber keine aufgehobene Zurechnungsfähigkeit" bescheinigt. So habe der Angeklagte eine rund 2,24 Promille starke Alkoholisierung gehabt, sowie eine lang aufgestaute, zum Tatzeitpunkt letztlich freigewordene "erhebliche affektive Erregung" gegen seine Schwester.

Der Angeklagte gab zu, die Tat begangen zu haben, bestritt aber vor dem Richter jede Mordabsicht: "Ich wollte sie auf keinen Fall umbringen". Die Schwester des Angeklagten sei alkoholkrank und habe sich in dem Haus in Absam (Bezirk Innsbruck-Land) "wie ein Tyrann" aufgeführt, meinte Verteidiger Heiss. Angeblich drohte das spätere Opfer laut Heiss auch mehrmals, die im selben Haus lebende Mutter "die Stiege hinunterzuwerfen".