Fussball von

Gerald Baumgartner:
Der Prinz von St. Pölten

Der Cup-Spezialist träumt mit dem Erste-Liga-Club vom Titel gegen die "Ex"

Gerald Baumgartner bei der Cup-PK © Bild: GEPA pictures/ Christian Ort

Vor einem Jahr holte Gerald Baumgartner mit dem FC Pasching den ÖFB-Pokal - als erster Regionalligaverein, gegen den frischgebackenen Meister Austria Wien. Auf dem Weg ins Finale "erlegte” Baumgartner damals Rekordmeister Rapid genauso wie Red Bull Salzburg. Die "Millionentruppe” ist nun im Cup-Finale abermals Gegner des gebürtigen Salzburgers aus der "Stille Nacht”-Gemeinde Oberndorf. Mit dem SKN St. Pölten träumt er vom großen Wurf und hat eine neue Fußball-Euphorie ausgelöst.

Die persönliche Cup-Bilanz von Baumgartner ist tatsächlich beeindruckend: Seit 14 Pokalspielen, beginnend mit den "Red Bull Juniors” über Pasching und jetzt St. Pölten ist der 49-jährige ehemalige Mittelstürmer unbesiegt. Und weil Meister Salzburg im Sommer um einen Platz in der Champions League kämpft, darf Gerald Baumgartner unabhängig vom Ergebnis des Finales mit St. Pölten in der Qualifikation für die Europa League ran, während der entthronte Meister Austria in der nächsten Saison international nur Zuschauer ist.

Als Gerald Baumgartner am 9. September 2013 sein Traineramt bei St. Pölten antritt, ist die Mannschaft wieder einmal an den hohen Erwartungen im Umfeld, nämlich Aufstieg in die höchste Spielklasse, gescheitert. Nach einer Niederlagenserie dümpelt man im Niemandsland der 2. Liga herum. Der spätere Aufsteiger Altach ist der Konkurrenz längst enteilt.

Baumgartner und Schmidt bei der Cup-PK
© GEPA pictures/ Christian Ort Gerald Baumgartner und Roger Schmidt verbindet nicht nur ihr Äußeres

"Ich will Siegermentalität einimpfen"

Wenige Wochen später durften sich die Niederösterreicher sogar wieder Hoffnungen auf den Vizemeistertitel machen. Seit zwölf Heimspielen ist die Baumgartner-Truppe mittlerweile ohne Heimniederlage, das Cup-Finale das Tüpfelchen auf dem i: "Ich bin sehr ehrgeizig und denke, dass ich auch über das nötige Fachwissen verfüge, um eine Mannschaft weiter zu bringen. Vor allem will ich meinem Team Siegermentalität einimpfen.”

Nicht nur vom Aussehen her erinnert Gerald Baumgartner an Roger Schmidt, den scheidenden Erfolgstrainer der "Roten Bullen”. Beide verfügen über ein klares Konzept von einem modernen, offensiv orientierten Fußball. Und beide sind eher über Umwege als Trainer im Spitzenfußball gelandet. Baumgartner: "Ich war nie Nationalspieler, hatte als Profi-Fußballer keinen prominenten Namen. Daher habe ich mich ziemlich abstrampeln müssen, um als Trainer dort hin zu kommen, wo ich jetzt stehe.”

Welchen Anteil Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll an den Erfolgen St. Pöltens hat, warum aus einem Wechsel nach Grödig nichts wurde und welche Probleme in der kommenden Saison warten, lesen Sie im aktuellen NEWS im Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.

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