Geplante Fusion von OMV und Verbund:
Für Ruttenstorfer "stark auf drei Beinen"

OMV-General: Verschmelzung soll 2007 kommen Keine Nebenabsprachen mit Wien & Niederösterreich

Mit der Fusion von OMV und Verbund werde ein "starker Konzern" entstehen, der "auf drei Beinen steht", betonte OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer in der Radio-Reihe "Im Journal zu Gast" des ORF. Es handle sich um eine "ideale Ergänzung beider Unternehmen" und dies werde auch den Kunden Vorteile bringen. Dass es mit den Ländern Wien und Niederösterreich Nebenabsprachen geben könne, wies Ruttenstorfer entschieden zurück.

"Wien und Niederöstereich werden so behandelt wie jeder Aktionär. Ein Aktionär hat kein Recht auf Anlagen des Unternehmens, an dem der beteiligt ist. Wenn Ihnen eine OMV-Aktie gehört, gehört ihnen auch keine Tankstelle". Angesprochen auf eine Kontrollprämie für die beiden Bundesländer sagt Ruttenstorfer: "Sie haben heute keine Kontrolle, daher gibt's auch keine Prämie". Er sei davon überzeugt, dass die Verschmelzung von OMV und Verbund 2007 stattfinden werde. Wien und Niederösterreich könnten dagegen sein, "dann werden beide Unternehmen nicht verschmolzen". Allerdings glaube er dies nicht.

Zur Forderung auf politischer Ebene, dass Österreich seine Wasserkraft behalten wolle und es keinen Ausverkauf geben dürfe, sagte Ruttenstorfer: "Das geschieht auch. Die Wasserkraft wird vom OMV-Verbund in Zukunft kontrolliert und noch besser abgesichert als bisher". Beide Seiten würden sich zur österreichischen Stromlösung bekennen.

Was die Skeptiker einer Fusion betrifft, merkte der OMV-Chef an, dass "natürlich eine gewisse Zeit notwendig ist, um neuen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen". Der Ölpreis sei stark gestiegen, Öl werde langfristig nicht mehr der wesentliche Energieträger sein. Derzeit sei Gas stark im Kommen und der Gasverbrauch werde vor allem durch Gaskraftwerke stark zunehmen. Die richtige Antwort auf die Herausforderungen am Energiemarkt sei ein "breites Portfolio, Öl, Gas, Strom, alternative Energieträger".

Dass die Fusion parteipolitisch der ÖVP zugute komme, beantwortet Ruttenstorfer damit, dass es sich um eine sehr gute Lösung handle. Er sei auch kein SPÖ-Spitzenmanager. Aber die Meinung der SPÖ sei es immer gewesen, über vernünftige industrielle Konzepte zu reden. "Ich freue mich, dass die SPÖ dieses von Verbund und OMV vorgelegte Konzept unterstützt".

Konsumentenschutzministerin Ursula Haubner bekräftigte die Forderung des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider nach einer "Allianz der Länder" zu schmieden, um die Wasserressourcen zu sichern. Durch die geplante Fusion von OMV und Verbund dürften keinerlei Nachteile für die Konsumenten entstehen.

(apa/red)