Georgische Schützin setzt Friedenszeichen:
Umarmt auf dem Podest russische Kollegin

Präsident Saakaschwili gibt OK für weiteren Verbleib IOC verurteilt Konflikt zwischen Georgien & Russland

Georgische Schützin setzt Friedenszeichen:
Umarmt auf dem Podest russische Kollegin © Bild: Reuters

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den kriegerischen Konflikt zwischen Georgien und Russland um Südossetien als "Verstoß gegen den olympischen Geist" verurteilt. Die Schützinnen Natalia Paderina aus Russland und Nino Salukwadse aus Georgien haben diesen olympischen Geist eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die zwei Sportlerinnen haben ein symbolisches Friedenszeichen gesetzt und sich bei der olympischen Siegerehrung in Peking herzlich umarmt und geküsst.

Georgiens 35-köpfiges Team ist nach dem Okay von Georgiens Präsident Michail Saakaschwili in Peking geblieben, was Salukwadse erst die Chance auf Bronze mit der Luftpistole ermöglichte. Silber holte Paderina, mit der sie schon gemeinsam für die Sowjetunion am Start war. Nach ihrem letzten Schuss und Applaus von den Rängen brach Salukwadse in Tränen aus, mit dem Herzen ihrer russischen Kollegin wollte sie danach ein Zeichen setzen. "Wir sind wirklich Freundinnen und wollen nicht in politische Dinge gezogen werden. Sport ist nicht Politik", sagte sie.

"Soll keinen Hass geben"
"Wenn die Welt aus meinem Verhalten Lehren zieht, würde es nie wieder Krieg geben", so Salukwadse weiter. "Wir leben im 21. Jahrhundert, wir sollten uns nicht gegenseitig bekriegen. Zwischen Sportlern und Völkern soll es keinen Hass geben", meinte sie und appellierte an die Politiker. "Die Politiker sollten die Situation klären und wenn sie es nicht machen, sollten wir involviert werden", erklärte sie.

Einen Tag vor dem Wettbewerb hatte das georgische Team angeboten, sich aufgrund der Situation in der Heimat von Olympia zurückzuziehen. Saakaschwili hatte den Wunsch geäußert, dass die Sportler in Peking bleiben sollen. Die Nachricht wurde von der Präsidenten-Gattin, die in Peking weilt, übermittelt. (apa/red)