General Motors zeigt Toyota die Rücklichter:
US-Konzern nach Beben neuer Marktführer

Engpässe und Produktionsstopps behinderten Toyota Japanischer Konzern fährt Produktion ab Juni hoch

Die Erdbebenkatastrophe hat Toyota den ersten Platz unter den Autokonzernen gekostet. Der japanische Autokonzern lieferte von Jänner bis März 2,1 Millionen Fahrzeuge aus. Damit fiel er hinter seinen US-Rivalen General Motors zurück, der im vergangenen Quartal 2,2 Millionen Autos vom Band ließ.

General Motors zeigt Toyota die Rücklichter:
US-Konzern nach Beben neuer Marktführer

Lieferengpässe und Produktionsunterbrechungen nach dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami im März haben Toyota aus dem Tritt gebracht. Trotzdem schaffte es die japanische Industrie-Ikone, den Absatz weltweit stabil zu halten. Einschließlich China lieferte der Konzern im Schlussquartal 6.000 Fahrzeuge mehr aus als vor Jahresfrist. Analysten rechnen allerdings damit, dass VW, derzeit auf Platz 3 hinter Toyota, seinen japanischen Konkurrenten bis zum Jahresende noch überholen wird.

Die Folgen der Erdstöße lasten allerdings schwer auf der Bilanz: Der Betriebsgewinn brach von Jänner bis März binnen Jahresfrist um mehr als die Hälfte auf umgerechnet 396 Mio. Euro ein. Das Beben ereignete sich am 11. März, also nur wenige Wochen vor Ende des vierten Geschäftsquartals. Trotzdem belastete es das Ergebnis Toyota zufolge bereits mit 944 Mio. Euro. Der Nettogewinn sank um 77 Prozent auf 218 Mio. Euro.

Harte Zeiten
Angesichts anhaltender Probleme rechnet der Konzern mit einem weiteren harten Jahr. Erschwerend kommt der starke Yen hinzu, durch den sich Exporte verteuern. Toyota-Chef Akio Toyoda räumte ein, dass der Gegenwind wegen Problemen mit der Energieversorgung und der Gefahr weiterer Nachbeben, die die Lieferkette unterbrechen könnten, nicht nachgelassen habe. Er bekräftigte aber, dass Toyota am Standort Japan festhalte.

Wiederaufnahme der Produktion
Allerdings zeichnet sich auch eine leichte Entspannung ab: Die Produktion soll in Japan und Übersee im Juni wieder auf 70 Prozent des Vorkrisenniveaus hochgefahren werden. Grund ist, dass viele Lieferanten allmählich wieder Tritt fassen. Auch in Europa können die Kunden auf kürzere Lieferzeiten hoffen.

Toyota will einige besonders gut laufende Modelle in den USA sogar wieder auf vollen Touren produzieren, dazu gehört der Kompaktwagen Corolla, die Limousine Camry, der Van Sienna sowie der Geländewagen Highlander. Seine Leute und die Zulieferer arbeiteten daran, die komplette Teileversorgung aus Japan wieder herzustellen oder Alternativen zu finden, sagte Toyota-Manager Steve St. Angelo.

Toyota rechnet damit, dass wahrscheinlich erst im November oder Dezember Normalität in die Fabriken einkehrt. Die Toyota-Standorte außerhalb Japans erhalten zwar die meisten Teile von Zulieferern in der Region, doch einige wichtige Komponenten wie die Elektronik beziehen sie weiterhin aus dem Heimatland.

(apa/red)