General Motors einigt sich mit Gläubigern: Umschuldung von 27 Mrd. Dollar geplant

Insolvenz des Konzerns bleibt aber wahrscheinlich GM muss bis Montag einen neuen Finanzplan vorlegen

General Motors einigt sich mit Gläubigern: Umschuldung von 27 Mrd. Dollar geplant © Bild: APA/EPA/Kowalsky

Die schwer angeschlagene Opel-Mutter General Motors hat im Ringen um ihre Zukunft einen wichtigen Teilerfolg errungen. Der US-Autokonzern einigte sich mit dem Gläubigerausschuss auf eine Umschuldung von rund 27 Mrd. Dollar (19,5 Mrd. Euro). Eine Insolvenz bleibt Kreisen zufolge zwar weiter wahrscheinlich. Die Umschuldung könnte aber dazu beitragen, dass GM nur kurze Zeit unter Gläubigerschutz arbeiten müsste, wie es auch der Rivale Chrysler anstrebt.

Der Gläubigerausschuss, der die Verhandlungen stellvertretend führte, bestätigte die Angaben. Das überarbeitete Angebot sei gegenüber einem unsicheren und kostenträchtigen Insolvenzverfahren die bessere Alternative, erklärte er. Das neue Angebot "gibt den Anleiheinhabern die Chance, größere Teile ihrer ursprünglichen Investitionen zu retten", hieß es in der Erklärung.

Den Angaben von General Motors zufolge erhalten die Kapitalgeber wie bisher geplant zehn Prozent an einem neu strukturierten Unternehmen. Dazu kommen aber Bezugsrechte für weitere Aktien über 15 Prozent. Damit würden sich die Schulden von GM den Angaben zufolge auf 17 Mrd. Dollar verringern. Im Gegenzug sagen die Gläubiger zu, im Rahmen eines schnellen Insolvenzverfahrens keinen Widerstand gegen einen Verkauf rentabler Teile an ein geplantes neues Unternehmen zu leisten. Unter einem ähnlichen Modell will bei Chrysler der italienische Autobauer Fiat einsteigen, der mit Opel sowie der gesamten europäischen und lateinamerikanischen Sparte von General Motors einen neuen Großkonzern schmieden will.

Zeit bis Montag
Eine Reduzierung der Schulden ist zudem eine zentrale Voraussetzung für den Restrukturierungsplan, für den die US-Regierung dem ehemals größten Autobauer bis Montag Zeit gegeben hat. Die GM-Gläubiger hatten das bisherige Tausch-Angebot als zu nieder abgelehnt und den Termin zur Andienung ihrer Forderungen in der Nacht zu Mittwoch verstreichen lassen. Seither schien ein Antrag auf Gläubigerschutz unvermeidlich.

Die Aussicht hat den Druck auf die Bundesregierung erhöht, noch vor der erwarteten Insolvenz der US-Mutter eine Übergangslösung für Opel zu finden. Die Krisenberatungen dazu waren vorerst gescheitert.

Das neue Tauschangebot werde vom Gläubigerausschuss und Großinvestoren unterstützt, die 20 Prozent der Schuldanleihen hielten, teilte General Motors weiter mit. Am künftigen Konzern werde das US-Finanzministerium 72,5 Prozent halten sowie der gewerkschaftliche Gesundheitsfonds VEBA 17,5 Prozent. Über die Frist, bis zu der die Gläubiger nun ihre Forderungen unter den neuen Bedingungen andienen sollen, wurde zunächst nichts bekannt.

Der GM-Kurs legte an der New Yorker Börse nach der Bekanntgabe der Einigung sprunghaft zu. Er notierte mit einem Aufschlag von mehr als 17 Prozent bei 1,35 Dollar je Aktie.

(apa/red)