Gemeinsam gegen die "böse" Weltmacht:
Chavez und Ahmadinejad verbünden sich

Rhetorisches Säbelrasseln bei Chavez-Besuch im Iran Einigkeit: "Amerikas Reich wird zusammenbrechen"

Gemeinsam gegen die "böse" Weltmacht:
Chavez und Ahmadinejad verbünden sich

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad und sein venezolanischer Kollege Hugo Chávez haben Einigkeit demonstriert und sich bei der Verteidigung ihrer nationalen Interessen gegenseitig Unterstützung zugesichert.

"Wir laufen Seite an Seite bis zum Ende bei der Verteidigung der Rechte unserer Nationen und unserer Ideale", sagte Ahmadinejad laut staatlicher iranischer Nachrichtenagentur IRNA nach dem eineinhalbstündigen Treffen in Teheran. Gegen den Willen der USA würden sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern ausweiten, sagte der iranische Staatschef.

Chávez bezeichnete den Iran demnach als sein "zweites Zuhause" und erklärte, es seien "sehr gute Abkommen" unterzeichnet worden. Die Abkommen würden eine strategische Einheit zwischen beiden Ländern schaffen. So habe man sich unter anderem auf die Einrichtung einer gemeinsamen binationalen Bank und eines gemeinsamen Investitionsfonds für wirtschaftliche Kooperationen geeinigt.

Chavez prophezeit Ende der Weltmacht
Der venezolanische Präsident sagte ein Ende der Vorherrschaft des Dollars und damit auch der USA als Weltmacht voraus. Die US-Währung verliere an Wert, "und das Reich des Dollars bricht zusammen", meinte Chavez. "Natürlich wird durch den Zusammenbruch des Dollar-Reichs wird auch Amerikas Reich zusammenbrechen."

Die verbündeten OPEC-Mitglieder Venezuela und Iran hatten vom jüngsten Treffen der Organisation Erdölexportierender Länder vergebens Schritte gegen die derzeitige Dollar-Schwäche verlangt. Ahmadinejad bezeichnete die US-Währung am Sonntag als "wertloses Stück Papier".

Es war bereits der vierte Besuch von Chávez im Iran seit dem Amtsantritt von Ahmadinejad 2005. Der iranische Präsident besuchte Venezuela bereits dreimal. Die beiden Länder eint neben ihrer Zugehörigkeit zu den Erdöl exportierenden Ländern die Abneigung gegenüber den USA. Washington wirft Teheran vor, den Bau einer Atombombe anzustreben. Chávez hat das iranische Atomprogramm wiederholt verteidigt.

Russische Rüge an den Iran
Das russische Außenministerium forderte Teheran unterdessen dazu auf, enger mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) zusammenzuarbeiten, um jegliche Zweifel am friedlichen Charakter des Atomprogramms auszuräumen. Die IAEA hatte einen Bericht veröffentlicht, in dem es dem Iran Fortschritte bei der Offenlegung seines Atomprogramms bescheinigte, die aber noch nicht ausreichten. Der Bericht zeuge von einer besseren Kooperation, dennoch könne die IAEA die Existenz eines heimlichen Atomprogramms im Iran nicht ausschließen, erklärte der Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kamynin. (apa/red)