Gelungener Start an der Börse: Post-Aktie gewinnt am ersten Tag 14 Prozent an Wert

Aktie schloss an der Wiener Börse bei 21,70 Euro Nachfrage riesig: Angebot siebenfach überzeichnet<br>PLUS: Gleich nachschauen - Alle Börsekurse LIVE

Das Börsendebüt der Post AG ist am Mittwoch fulminant verlaufen. Die Aktie schloss an ihrem ersten Handelstag bei 21,70 Euro und damit 14,21 Prozent über ihrem Ausgabepreis von 19,00 Euro. Zeitweise hatte die Aktie sogar bis 22,60 Euro zugelegt. Auch das Handelsvolumen der Aktie war Börsianern zufolge beachtlich.

Aktienhändler berichteten von einer anhaltend guten Nachfrage nach der Post-Aktie. "Viele Institutionelle haben eine zu geringe oder gar keine Zuteilung bekommen und müssen jetzt wohl über die Börse kaufen", vermutete ein Marktteilnehmer mit Verweis auf die siebenfache Überzeichnung der Aktie.

Zudem treffe die Aktie mit ihrer hohen Dividendenrendite und Positionierung als defensiver Wert gerade jetzt angesichts der jüngsten Korrekturen an den Börsen den Geschmack der Anleger.

Frühe Käufer bevorzugt
Wegen der großen Nachfrage nach den ersten österreichischen Post-Aktien kam es wie erwartet zu Kürzungen bei der Aktien-Ausgabe. Wer sich zeitig genug zur Zeichnung von Post-Anteilen entschloss, wurde bei der Zuteilung der stark überzeichneten Aktien bevorzugt.

Heimische Privatanleger, die ihren Zeichnungsauftrag bei der Erste Bank, einer heimischen Sparkasse, einer Raiffeisenbank, der BAWAG P.S.K. (einschließlich Post-Filialen) sowie brokerjet innerhalb der - am 23. Mai 2006 vorzeitig geschlossenen - bevorzugten Zeichnungsfrist erteilt haben, erhalten eine Zuteilung von 50 Prozent bis zu einer Ordergröße von 400 Aktien, darüber hinaus werden 20 Prozent zugeteilt. Dies teilten Post und ÖIAG weiter mit.

Mitarbeiter-Beteiligung
Die ÖIAG hat im Rahmen eines Mitarbeiter-Modells den Erwerb von Post-Aktien durch Mitarbeiter des Unternehmens mit insgesamt 13 Mio. Euro gefördert. 13.400 Postler - etwas mehr als die Hälfte - haben davon Gebrauch gemacht.

ÖIAG-Chef Peter Michaelis wies darauf hin, dass es sich dabei um den viertgrößten Börsegang in der Geschichte der Wiener Börse handle. Mit Ausnahme der Infrastrukturgesellschaften wie ÖBB oder Asfinag seien damit alle Unternehmen des öffentlichen Sektors an die Börse gebracht. Rund die Hälfte der Marktkapitalisierung im Wiener Prime Market "stammt von Unternehmen, die früher dem öffentlichen Sektor zuzurechnen waren", so Michaelis.

Grasser: Keine Absicherung für staatliche Mehrheit
Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat beim Börsestart der Österreichischen Post AG Forderungen der SPÖ zurückgewiesen, die 51-prozentige staatliche Mehrheit an der Post per Verfassungsgesetz abzusichern. Die Regierung bekenne sich zur staatlichen Mehrheit, dies liege durch die Infrastrukturaufgaben der Post auch auf der Hand - die verfassungsmäßige Absicherung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit komme aber nicht in Frage, sagte Grasser.

Der Finanzminister verwies darauf, dass letztlich eben dieser Status des Verbund ein wirtschaftlich vernünftiges Zusammengehen mit der OMV verunmöglicht habe.

(apa/red)