Gelingt Inter Mailand die große Aufholjagd?
Schalke verteidigt daheim 5:2-Vorsprung

Sarpei: "Wenn wir nichts tun, dann fliegen wir raus" Mourinho fürchtet um gelb-gefährdete Real-Stars

Gelingt Inter Mailand die große Aufholjagd?
Schalke verteidigt daheim 5:2-Vorsprung © Bild: Reuters/Garofalo

Der Mittwoch hat in der Champions-League scheinbar nichts mehr Spannendes zu bieten. Der FC Schalke 04 beginnt das Viertelfinal-Rückspiel daheim (20.45 Uhr/live im NEWS.at-Ticker) gegen Inter Mailand ebenso mit einem deutlichen Vorsprung (5:2) wie Real Madrid (4:0) in London gegen Tottenham Hotspur. In der Toto-Sprache würde man auf die Deutschen bzw. die Spanier als Aufsteiger jeweils eine Bank tippen.

Inter tritt nicht nur mit einer Hypothek, sondern auch gegen das Gesetz der Serie an. Seit Einführung der Champions League 1992/93 ist es noch keinem Titelverteidiger gelungen, die Trophäe in der darauffolgenden Saison erfolgreich zu verteidigen. "Wir treten nicht an, um nur eine gute Figur abzugeben - nein, wir wollen weiterkommen", sagte der auf ein Wunder hoffende Inter-Routinier Esteban Cambiasso.

Der argentinische Mittelfeldspieler bekam von seinem Trainer verbale Unterstützung. "Im Innersten glauben wir, dass alles möglich ist. Ich glaube daran und meine Spieler glauben auch daran", versicherte der Brasilianer Leonardo. Im Achtelfinale haben die "Nerazzurri" nach einem 0:1 in San Siro auswärts gegen den FC Bayern mit einem Kraftakt (3:2) noch ihren Hals aus der Schlinge gezogen.

"Träume sind noch erlaubt"
Samuel Eto'o, der einst mit dem FC Barcelona gegen Gatafe 5:1 gewann und dann mit 0:4 auswärts rausflog, machte seinen Mitstreitern Mut. "Inter kann in Gelsenkirchen alles schaffen - Träume sind noch erlaubt", meinte der Kameruner Stürmer, dessen Coach den brasilianischen Abwehrchef Lucio wieder zur Verfügung hat, aber diesmal den Rumänen Cristian Chivu (gesperrt) ersetzen muss. Walter Samuel, der wegen eines Bänderrisses fünf Monate gefehlt hat, scheint wieder im Kader auf.

Was sagt die Statistik? In der "Königsklasse" ist es bisher noch keinem Team gelungen, nach einer derart hohen Heimschlappe aufzusteigen. Die Schalker wollen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen und erstmals in die CL-Runde der letzten vier einziehen. Die "Knappen" schieden im Europacup noch nie aus, wenn sie zuerst in der Fremde siegten.

Schalke voller Selbstvertrauen
So soll es auch blieben, lautet der Tenor in Gelsenkirchen. "In Mailand haben wir als absoluter Außenseiter unsere Chance genützt. Jetzt werden wir versuchen, zumindest eine ähnliche Leistung abzurufen", kündigte Verteidiger Benedikt Höwedes an. Der 1:0-Erfolg gegen VfL Wolfsburg mit dem früheren S04-Coach Felix Magath habe der Mannschaft viel an Vertrauen gegeben, um für die internationale Aufgabe gerüstet zu sein.

Abschreiben darf man die Italiener jedoch nicht. "Dass ihre Offensive-Abteilung Qualität hat, ist ja kein Geheimnis", mahnte Höwedes. Routinier Hans Sarpei ergänzte: "Wenn wir nichts tun, dann fliegen wir raus - egal wie gut das Ergebnis vom Hinspiel war!" Und Trainer Ralf Rangnick, der den gesperrten Jefferson Farfan ersetzen muss, versicherte: "Eine Elf, die die Schotten dichtmacht, haben wir sowieso nicht."

Tottenham ohne Crouch
Den Deutschen winkt im Semifinale entweder ManUnited oder Chelsea (erstes Spiel 1:0). Der Aufsteiger der zweiten Dienstag-Partie Schachtjor Donezk - FC Barcelona (1:5) bekommt es voraussichtlich mit Real Madrid zu tun. Nicht nur in Spanien sind weitere "Clasicos" praktisch schon perfekt. Tottenham-Coach Harry Redknapp sieht die Ausgangsposition realistisch: "Es waren bisher tolle Erlebnisse für uns und ich bin mir sicher, dass wir am Mittwoch wieder eine große Erfahrung machen werden. Wir werden unser Bestes versuchen, und dann sehen, was herauskommt."

Redknapp muss an der White Harte Lane, wo die "Heißsporne" seit neun Europacup-Spielen nicht mehr verloren, aber noch nie einen Spanien-Vertreter bezwungen haben, allerdings auf seinen im Camp Nou schon in der ersten Hälfte nach zwei derben Fouls ausgeschlossenen Stürmer Peter Crouch verzichten. Auf der Gegenseite fehlt der gesperrte Pepe. Trainer Jose Mourinho zeigte vor Tottenham größten Respekt. Wenn jemand vier Tore Differenz aufholen könne, dann nur englische Vereine.

B-Team von Real?
Der Portugiese, der zum 500. Mal in seiner Karriere auf der Bank Platz nehmen wird, hat am Wochenende gegen Athletic Bilbao eine B-Garnitur aufgeboten und könnte auch im Hinblick auf den "Clasico" in der Primera Division den einen oder anderen Spieler schonen. Cristiano Ronaldo, Angel di Maria, Sergio Ramos, Ricardo Carvalho und Raul Albiol wären im Falle einer Gelben Karte im Halbfinal-Hinspiel gesperrt. Real steht erstmals seit acht Jahren vor dem Einzug ins Halbfinale der Champions League.

(apa/red)

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bernabeau.. ..und nicht camp nou

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