Geldfluss an Wolf-Gattin sorgt für Unruhe:
SP glaubt an Ausstiegsmöglichkeit, VP nicht!

Strache für Neuaufrollen der Eurofighter-Beschaffung

Geldfluss an Wolf-Gattin sorgt für Unruhe:
SP glaubt an Ausstiegsmöglichkeit, VP nicht!

Der Geldfluss von EADS-Lobbyisten Erhard Steininger zur Firma der Gattin von "Airchief" Wolf sorgt auch innepolitisch für gehörig Unruhe. Während der SPÖ-Fraktionsführer im Eurofighter-U-Ausschuss, Günther Kräuter, von einem "juristisch sehr aussichtsreichen Vertragsausstiegsgrund" sprach, glaubt die ÖVP, dass die Fakten für einen Ausstieg nicht reichen würden.

Skeptisch bezüglich der Möglichkeit eines Ausstiegs aus dem Eurofighter-Vertrag hat sich das ÖVP-Mitglied im parlamentarischen Untersuchungsausschuss, Hermann Gahr, geäußert. Prüfen könne man alles, seiner Meinung seien die Fakten aber nicht ausreichend für einen Ausstieg, meinte Gahr. Er plädierte jedoch dafür, "Airchief" Erich Wolf und auch dessen Frau, sollte sie involviert sein, nochmals im Ausschuss zu befragen.

Dieser Forderung schloss sich auch das BZÖ-Ausschuss-Mitglied Gernot Darmann an, der die Vorgänge rund um Wolf als "durchaus aufklärungswürdig" bezeichnete. Das BZÖ sei für eine genaue Prüfung, spreche sich aber gegen vorschnelle Urteile aus, denn bisher hätten sich alle "rauchenden Colts" als "zerplatzende Seifenblasen" entpuppt.

Strache für "Neuaufrollen" der Beschaffung
FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache hat sich für ein "Neuaufrollen" der Abfangjäger-Beschaffung ausgesprochen. Im Sinne der für Österreich sehr wichtigen Luftraumüberwachung sowie den damit verbundenen Kosten wäre dies "am ehrlichsten und am sinnvollsten", meinte Strache.

Er forderte "vollste Aufklärung zu allen Vorgängen im Zusammenhang mit dem Eurofightervertrag" und meinte, dass es rechtens wäre, den Kauf der Eurofighter rückgängig zu machen, wenn sich herausstellen sollte, dass Hauptakteure in dieser Causa den Anschein von Käuflichkeit zeigten.

Wolf-Gattin hat Geld "noch nicht zurückgezahlt"
Die Frau von Airchief Erich Wolf, Anna Maria Frühstück-Wolf, hat bestätigt, vom EADS-Lobbyisten Erhard Steininger für ihre in finanzielle Schwierigkeiten geratene Firma "Creativ Promotion Werbe- und Sportveranstaltungsgesellschaft" 87.600 Euro erhalten zu haben. Man habe überlegt, wie man die Zahlung abwickeln solle - etwa als Darlehen - und sich dann dafür entschieden, es als "Antragsrechnung" zu gestalten. Sie habe das Geld Steininger "noch nicht zurückgezahlt", werde dies aber tun, wenn es möglich sei, sagte Frühstück-Wolf.

Frühstück-Wolf betonte, dass ihr Mann, der frühere Luftwaffenchef und jetzige Zuständige für die Militärluftfahrt im Ministerium und "Gesamtverantwortliche" für die Einführung der Eurofighters, mit dem Geld von Steininger für ihre Firma "nichts zu tun gehabt" habe. "Das war ganz alleine meine Angelegenheit." Sie widersprach damit in diesem Punkt der Darstellung der "Kleinen Zeitung", derzufolge der "Airchief" seiner Frau erklärt habe: "Ich red' mit dem Erhard."

Frühstück-Wolf hätte jedenfalls kein Problem, dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss ihre Sicht der Dinge darzulegen: "Ich bin gerne bereit, vor dem Ausschuss auszusagen." (apa/red)