Geld von

Sympathie für Metaller-Streiks

Markus R. Leeb über die harten Lohnverhandlungen

Geld - Sympathie für Metaller-Streiks © Bild: NEWS

Die Forderung der Metallergewerkschaft nach 5,5 Prozent mehr Lohn scheint hoch. Ebenso sorgen die frühen Warnstreiks für Diskussionen. Doch diesmal haben die Gewerkschafter meine volle Sympathie - und das ist keinesfalls ideologisch bedingt.

Vielmehr halte ich eine deutliche Lohnerhöhung gerade jetzt für ein wichtiges Signal. Nicht weniger als der soziale Friede in unserem Land steht auf dem Spiel. In den vergangenen Jahren hatten die Arbeitnehmer sehr viel Verständnis. Die Folge waren moderate Lohnerhöhungen. Die Arbeitgeber sind lange ein klein wenig besser gefahren. Es gibt diesen "gefühlten Überhang" zugunsten der Unternehmer. Dazu ist auch noch die Produktivität gestiegen. Fazit: Die Unternehmen können sich eine großzügige Lohnerhöhung leisten. Mehr Gehalt bedeutet auch mehr Konsum, und das hilft wiederum der Wirtschaft.

In den vergangenen Jahren sind noch dazu die Lebenshaltungskosten - vor allem die Preise für Lebensmittel, Benzin, Heizmaterial und das Wohnen - extrem nach oben geklettert. Vielen bleibt weniger Geld - und das erzeugt Frust. Wenn sich ein Teil der Bevölkerung als ständiger Verlierer im System sieht, sind Proteste gegen das System die Konsequenz. Arbeitgeber und Wirtschaftsminister: Hört die Signale, solange es Warnsignale sind.