Geld von

Die Republik der Hausmeister

Markus R. Leeb über den Fall des Peter Hochegger

Geld - Die Republik der Hausmeister © Bild: NEWS

Auf nichts wurde ich vergangene Woche so oft angesprochen wie auf das Interview, das ich mit Peter Hochegger führen konnte. Die Offenheit, mit der Hochegger die Mechanismen des politisch geprägten Machtsystems beschreibt, ist teilweise erschreckend.

In dem Spiegel, den Hochegger uns vorhält, erkenne ich aber auch unsere gute österreichische Kultur. Beispielhaft nehme ich die Kleinigkeiten, die man seinem Hausmeister als Anerkennung zukommen lässt: Kaffee, Wein oder Bares. Die Mutter eines Studienfreundes, der mit seiner Bude unglücklich war, mahnte diesen, doch solcherart freundschaftlichen Kontakt zum Hausmeister des Studentenheimes herzustellen. Die Wirkung der kleinen Geschenke: Noch im ersten Semester gab es ein besseres Zimmer. Zur selben Kategorie gehört auch der Ratschlag, der Stationsschwester natürlich gleich am Beginn des Krankenhausaufenthaltes ein Trinkgeld zu geben. Was hätte es hinterher denn auch für einen Sinn.

Wer einen kleinen Machtbereich in diesem Lande hat, wird hofiert. Das ist Tradition. Man buckelt wie im k. & k. Beamtenstaat oder verteilt Gaben. Je größer der Machtbereich, desto größer die Gabe. Das ist Teil unserer Kultur, in einer Republik der Hausmeister.