Geld von

9/11 und die Fassade des Zusammenhaltes

Markus R. Leeb über die neue Bedrohung aus USA

Geld - 9/11 und die Fassade des Zusammenhaltes © Bild: NEWS

Den zehnten Jahrestag der 9/11-Terroranschläge habe ich in New York erlebt. Die Erlebnisse am Ground Zero waren bewegend. Ich traf auf Menschen in Trauer und Menschen in Wut. Tief erschüttert hat mich aber, wie sehr sich die USA in den letzten Monaten verändert haben.

Der Ground Zero ist eine tiefe Wunde dieser stolzen Nation, die aber auch für Einigkeit gestanden ist. Die große Stärke der Vereinigten Staaten war immer ein Grundkonsens: Die sachliche Arbeit stand vor der Parteipolitik. Die Trauerfeier zum zehnten Jahrestag von 9/11 war hingegen nur eine kurze Erinnerung daran. Hinter dieser Fassade gibt es den Grundkonsens nicht mehr.

Mit der Tea-Party-Bewegung gibt es erstmals eine bedeutende politische Kraft, die alles tut, um den regierenden Präsidenten zu beschädigen. Dass damit auch das Amt und die Nation Schaden erleiden, wird in Kauf genommen. In vielen Gesprächen mit Vertretern von Senat, Präsidentenberatern, Weltbank und Wirtschaft habe ich noch nie so viel Depression erlebt. Im November 2012 finden die US-Präsidentenwahlen statt. Bis dahin wird eine Blockadepolitik die Welt erschüttern. Der Preis für das politische Kleingeld der Tea-Party werden Krisen und Finanzcrashs sein, die auch wir zu spüren bekommen.