Gelassener Blick auf Arbeitsmarktöffnung:
ÖGB und AK sehen keine gröberen Probleme

Österreich habe sich in Übergangsfrist gut vorbereitet Für Großteil der Bevölkerung ist Öffnung negativ

Gelassener Blick auf Arbeitsmarktöffnung:
ÖGB und AK sehen keine gröberen Probleme © Bild: dpa/Roessler

Am 1. Mai wird der Arbeitsmarkt für acht osteuropäische Länder geöffnet. Dabei sehen Gewerkschaft und Arbeiterkammer keine gröberen Probleme, sondern glauben, dass sich Österreich durch die Ausschöpfung der siebenjährigen Übergangsfrist (fast) optimal vorbereiten konnte. ÖGB-Chef Erich Foglar erklärte am Freitag, der zu erwartende Zuzug auf den Arbeitsmarkt sei "verkraftbar".

In der Organisation habe man erfolgreich grassierende Ängste bekämpfen können, gab sich auch der leitende ÖGB-Sekretär Bernhard Achitz zuversichtlich: "Im großen und ganzen haben wir vermitteln können, dass sich die Leute nicht fürchten müssen und sie in den Neuen keine Konkurrenten sehen müssen."

Unter den Bauarbeitern gebe es freilich noch "Ängste und Abwehrhaltungen", was verständlich sei, weil die Branche von der endgültigen Öffnung am stärksten tangiert werde, sagte Achitz. Nach einer vor einer Woche veröffentlichten Umfrage geht die Skepsis in der Bevölkerung freilich weit darüber hinaus. Laut Umfrage sind aktuell mehr als die Hälfte negativ gegenüber der in einer Woche stattfindenden Öffnung eingestellt.

26.000 zusätzliche Arbeitsmigranten
Achitz und Josef Wallner von der Arbeiterkammer (AK) erläuterten, dass gemäß einer Wifo-Umfrage mit zusätzlich 26.000 Arbeitsmigranten bei 3,3 Millionen unselbstständig Beschäftigten gerechnet werde. "Damit können wir arbeitsmarktpolitisch ganz gut leben", sagte AK-Arbeitsmarktexperte Wallner.

Der österreichische Arbeitsmarkt wird ab 1. Mai für acht der zehn 2004 beigetretenen osteuropäische EU-Mitgliedstaaten geöffnet. Ab Anfang Mai können Polen, Ungarn, Tschechen, Slowaken, Slowenen, Esten, Letten und Litauer in Österreich ohne Arbeitspapiere arbeiten (für Zyprioten und Malteser gab es ohnedies keine Übergangsregelung). Die später dazugekommenen Länder Bulgarien und Rumänien werden ab 2014 Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt erhalten.

(apa/red)