Führerloses Schiff von

Teure Geisterschiff-Fahrt:
Flüchtlinge zahlten 5.500 Dollar

Ankündigung der Reise auf der "Blue Sky M" via Facebook auf Englisch und Arabisch

Flüchtlingsschiff vor Italiens Küste gesichert © Bild: Reuters/Icelandic Coast Guard

Die rund 800 Flüchtlinge an Bord des führungslosen Frachters "Blue Sky M", der am Mittwoch die süditalienische Stadt Gallipoli erreicht hatte, haben 5.500 Dollar (4.566,97 Euro) pro Kopf für die Reise von der Türkei gezahlt. Das unter moldauischer Flagge fahrende Schiff war vom türkischen Hafen Mersin nahe der syrischen Grenze abgefahren.

Die Schlepper hatten auf Facebook auf Englisch und Arabisch die Reise angekündigt und die Preise veröffentlicht, berichtete die italienische Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag. 5.500 Dollar pro Kopf, die bei Gruppen von über 25 Personen auf 4.500 Dollar sanken, mussten die Flüchtlinge zahlen, um an Bord des Schiffes genommen zu werden. An Bord der 1976 gebauten "Blue Sky M" befanden sich insgesamt 793 Personen, darunter 40 Minderjährige und einige schwangere Frauen.

Schiff wurde sich selbst überlassen

Das Schiff wurde sich selbst überlassen und steuerte auf die felsige Küste Apuliens zu, eine Katastrophe konnte in letzter Minute verhindert werden. Schlepper scheinen sich zunehmend dieser Methode zu bedienen, weshalb die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Freitag auch von einem "neuen Grad der Grausamkeit" von Seite der Menschenschmuggler sprach. Die Verwendung großer Frachtschiffe, die kurz vor der Verschrottung stehen, stellt eine neue Strategie dar. Zudem können die Frachter im Gegensatz zu kleineren Fischerbooten auch im Winter, bei höherem Wellengang, die Überfahrt von Nordafrika bewältigen.

Das internationale Seerecht verpflichtet Seefahrende dazu, Schiffbrüchigen oder Passagieren havarierender Boote zu helfen. Diese Klausel haben Schlepper auch in der Vergangenheit immer wieder ausgenutzt. Meist setzten sie bisher aber Flüchtlinge auf kaum seetüchtigen Schlauch- oder Fischerbooten aus.

Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden im Vorjahr 167.184 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. 2013 waren es noch 41.406.

Kommentare

warum fahren sie nicht in einer andere richtung? warum immer nach europa? in kanada, russland oder australien gibt es viel mehr platz!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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