Geiselnahme dauerte "vergleichsweise" kurz: Internationaler Schnitt sind 8 Stunden

Cobra-Chef Treibenreif mit Lob für Verhandler

Die Geiselnahme in der Bawag-Filiale in Wien-Neubau hat vergleichsweise kurz gedauert: Mit wenig mehr als fünf Stunden liege sie unter dem internationalen Schnitt, sagte Cobra-Chef Berhard Treibenreif im Gespräch mit der APA. Die durchschnittliche Geiselnahme im weltweiten Vergleich dauere etwa acht Stunden. "Für die Geiseln selbst ist dies natürlich subjektiv viel länger", räumte er ein. "Es ist kein Honiglecken, wenn man bedroht wird."

Die Verhandler der Wiener Polizei seien sehr geschickt vorgegangen, betonte er: "Das war eine ganz tolle Leistung der Verhandlungsgruppe." Mitglieder der Spezialeinheit Cobra seien zwar im Umfeld der Bank postiert worden, zum Glück habe es aber keine Eskalation gegeben.

Im Fall einer derartigen Situation gehe es zunächst einmal darum, "den unmittelbaren Aktionsraum" abzusperren, damit Dritte nicht zu Schaden kommen können, erklärte der Cobra-Chef. Konkret wurde die Mariahilfer Straße abgesperrt, im Gebäude selbst habe man Schwierigkeiten gehabt: "Die Fenster sind verspiegelt, das heißt er konnte sehen, was wir machen, wir ihn aber nicht."

Der Kontakt mit dem Täter wurde dann hergestellt, um abzuklären, was er eigentlich wollte. Die Einbeziehung der Ex-Freundin des Mannes geschah, um dem Geiselnehmer eine Bezugsperson zu bieten. Die Auswahl einer solchen Person müsse natürlich vorsichtig erfolgen, "es darf halt niemand sein, mit dem er beispielsweise zerstritten ist". Dies sei aber im Vorfeld abgeklärt worden. (apa)