Geiselnahme in Afghanistan: Entführter Geschäftsmann wurde unverletzt befreit

Deutsch-Afghane war zwei Wochen in Gefangenschaft Entführer verlangten drei Millionen Dollar Lösegeld

Ein vor knapp zwei Wochen in Kabul entführter Deutsch-Afghane ist frei. Nach Angaben des afghanischen Geheimdienstes wurde er bei einem Einsatz befreit. Drei Männer seien dabei festgenommen worden. Der Deutsch-Afghane sagte, seine Entführer hätten drei Millionen Dollar Lösegeld gefordert und bei Nicht-Bezahlung damit gedroht, ihm eine Hand und ein Ohr abzuschneiden.

Die deutsche Regierung hatte von einem kriminellen Hintergrund der Entführung gesprochen. Die Entführung des deutsch-afghanischen Geschäftsmanns, dem in Kabul ein Hotel gehört, war am Mittwoch bekanntgeworden.

Ein Offizier des afghanischen Geheimdienstes NDS, der anonym bleiben wollte, sagte, zur Befreiung des Geschäftsmannes sei es im Distrikt Bagram in der Provinz Parwan rund 50 Kilometer nördlich von Kabul gekommen. Neben den drei Festgenommenen suche man nach weiteren Mittätern. Aus Sicherheitskreisen in Kabul hatte es am Mittwoch geheißen, der Geschäftsmann sei seit rund einem halben Jahr wieder in Afghanistan und abends nach der Arbeit in der Hauptstadt Kabul entführt worden. Man gehe weder von einem politischen Motiv noch von einem Bezug zu Deutschland aus.

Offensichtlich handle es sich um einen Fall mit kriminellem Hintergrund und "um einen typischen Fall der hiesigen Entführungsindustrie", hatte es weiter geheißen. Entführungen mit kriminellem Hintergrund haben landesweit, aber auch in der schwer gesicherten Hauptstadt Kabul, deutlich zugenommen. Am 16. Dezember 2007 war der Deutsche Harald Kleber in der Provinz Herat im Westen des Landes entführt worden. Sein Schicksal ist weiter ungewiss. Möglicherweise wurde der Tischler wegen privater Streitigkeiten entführt. (apa/red)