Geiseldrama Algerien von

Über 50 Tote

Islamisten-Anführer Mokhtar Belmokhtar bekannte sich zu dem Anschlag

Geiseldrama in Algerien. © Bild: APA/EPA/STR

Mehr als 55 Tote sind die dramatische Bilanz des Geiseldramas in der Sahara, das die algerische Armee nach vier Tagen mit der Erstürmung der besetzten Erdgasanlage am Wochenende beendet hat. Die Zahl der bislang angenommenen 23 getöteten Geiseln werde wohl noch steigen, sagte Kommunikationsminister Mohammed Said am Sonntag. Frankreich verteidigte den Einsatz der algerischen Armee. 107 ausländische und 685 algerische Geiseln überlebten laut algerischer Regierung. Überlebt hat auch die österreichische Geisel, der 36-jährige Christoph Z., der für die Betreiberfirma BP arbeitete.

Zu dem Überfall hat sich einem Pressebericht zufolge im Namen von Al-Kaida mittlerweile der Islamisten-Anführer Mokhtar Belmokhtar bekannt. Das gehe aus einem im Internet veröffentlichten Video hervor, meldete die mauretanische Nachrichten-Website Sahara Media. Die Informationen waren nicht überprüfbar, da das Video auf der Seite nicht gezeigt wurde. Belmokhtar ist ein islamistischer Untergrundkämpfer, der schon gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan gekämpft hatte und der eine eigene Gruppe in der Sahara gebildet haben soll.

Die Extremisten hatten sich seit Mittwoch in der Gasförderanlage mitten in der Sahara verschanzt. Sie forderten ein Ende des französischen Militäreinsatzes gegen islamistische Rebellen in Mali. Einen Tag später griff die algerische Armee ein, doch erst am Samstag konnten sie die Geiselnehmer endgültig überwältigen. Nach Berichten der amtlichen Nachrichtenagentur Algeriens APS begannen die Soldaten ihren Entscheidungsschlag, weil die Extremisten sieben weitere ausländische Geiseln getötet hätten.

Der norwegische Energiekonzern Statoil, der zusammen mit der britischen BP und Algeriens staatlicher Ölfirma Sonatrach die Anlage betreibt, vermisst noch fünf norwegische Mitarbeiter. Auch der Verbleib von japanischen und amerikanischen Arbeitern ist noch unklar. Die Armee habe mittlerweile 25 Leichen in der Anlage entdeckt, bei denen es sich vermutlich um Geiseln handele, berichtete der private algerische Fernsehsender Ennahar am Sonntag.

Für ihr gewaltsames Vorgehen, das international offenbar nicht abgestimmt war, erntete Algerien Kritik aus mehreren Ländern, darunter Japan. US-Präsident Barack Obama sagte am Samstag, die USA wollten von den algerischen Behörden genaue Informationen, was sich genau zugetragen habe. Die Schuld für die Tragödie liege aber bei den Terroristen, die sie verursacht hätten.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius verteidigte das Vorgehen des nordafrikanischen Landes. Die Zahl der Todesopfer sei zwar "sehr hoch" gewesen, aber die Behörden hätten sich einer "untragbaren Situation" gegenüber gesehen. "Sie hatten es mit Terroristen zu tun." Auch der britische Premierminister Cameron betonte, Algerien habe Anerkennung für seinen Kampf gegen Islamisten verdient.

Vor allem Frankreich ist bei seinem Militäreinsatz gegen Rebellen im Norden Malis auf die Unterstützung Algeriens angewiesen. Algerien hat Frankreich die Nutzung seines Luftraums sowie die Absicherung der 1.000 Kilometer langen Grenze zu Mali zugesagt.

Nach Angaben des algerischen Kommunikationsministers Said hatten die Extremisten sechs verschiedene Nationalitäten. Unter den 32 toten Islamisten sei vermutlich auch der Anführer, Abdul Rahman Al-Nigeri, ein Nigerianer, der Belmokhtar nahe stand. Algerische Behörden vermuten, dass die Geiselnehmer unter den Hunderten algerischen Arbeitern der Anlage möglicherweise Verbündete hatten.

Kommentare

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Mokhtar Belmokhtar... immer schön gen Himmel schauen. Eine US-Drohne kommt bald angesaust.

wintersun melden

Soweit ich weiß:
Die Islamisten welche gerade in Mali Allahu Akhbar schreien kommen aus Libyen und wer sie dort bewaffnet und unterstützt hat wissen auch Sie hoffentlich!
Auch in Syrien lässt man diese Teufel wüten und unterstützt sie tatkräftig.
Und auch dieser Schuss wird noch gewaltig nach hinten los gehen.

Aber ich weiß ja jetzt schon das meine Antwort keinen Sinn hat, denn gegen die Realität scheinen Sie ja ziemlich resistent zu sein.

Nudlsupp melden

@wintersun: zombie hat ja gar nix gegen die Realität. Solange es halt seine eigene ist :-) Irgendwie beneide ich ihn ja sogar. Diese Fähigkeit sich so in seine eigene Welt einzumurmeln :-)

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