Geisel-Freilassung verlief unspektakulär:
Ebner und Kloiber von zwei Tuareg abgeholt

Monatelange Flucht hatte Entführer "mürbe" gemacht Sahara-Geiseln nahmen Fluchtmöglichkeit nicht wahr

Geisel-Freilassung verlief unspektakulär:
Ebner und Kloiber von zwei Tuareg abgeholt © Bild: APA/Neumayr/MMV

Die beiden ehemaligen Sahara-Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber wurden unspektakulär befreit. "Eines Tages waren plötzlich zwei Tuareg da", verfrachteten sie in ein Auto, und brachten sie in die malische Hauptstadt Bamako, wo sie in einem Gästehaus der Armee von zwei Regierungsbeamten empfangen wurden. Dort wurden sie herzlich aufgenommen und mit ausgiebigem Essen versorgt.

Die monatelange Flucht hatte nicht nur die Gefangenen, sondern auch die Entführer "mürbe" gemacht. Offenbar hätten die Entführer immer öfter überlegt, wie sie ihre Geiseln loswerden könnten. Ebner und Kloiber hatten Angst davor, erschossen oder einfach in der Wüste ausgesetzt zu werden, berichtet die Tageszeitung "Kurier".

Der psychische Druck ließ die Stimmung immer gereizter werden. Es kam zu heftigen Diskussionen und auch Beschimpfungen mit den Entführern. Die Österreicher suchten verzweifelt nach Lösungsmöglichkeiten. Da hatten sie die Idee, zum Islam überzutreten. Dann wären sie nach islamischem Recht Gäste gewesen, und die Entführer hätten die Verantwortung für die Sicherheit der beiden Österreicher zu tragen. Die Entführer spielten bei der Konvertierung aber nicht mit.

Einmal gab es eine Fluchtgelegenheit, die die Geiseln aber nicht nützten. Die Entführer waren relativ weit weg, die beiden Geiseln saßen alleine in einem Pick-up mit laufendem Motor. Sie hätten nur Gas geben und wegfahren müssen, schreibt der "Kurier". Doch nach kurzem Überlegen verwarfen sie den Gedanken wieder. Es war ihnen klar, dass sie nicht weit kommen würden, bis sie die Entführer wieder eingeholt hätten.

(apa/red)