Geht Vermeer-Bild an Czernin-Erben zurück? Kommission prüft jetzt Restitution

Verkauf an Hitler "war der Preis, um zu überleben" Sind für "glasklare und transparente Entscheidung"

Geht Vermeer-Bild an Czernin-Erben zurück? Kommission prüft jetzt Restitution © Bild: APA/KHM

Die Erben nach Jaromir Czernin haben in einem Schreiben an die Republik Österreich die Restitution des Bilds "Die Malkunst" von Jan Vermeer (1632-1675) aus dem Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) gefordert. Im für die Bundesmuseen zuständigen Unterrichtsministerium will man diese Forderung durch die Kommission für Provenienzforschung und den Restitutionsbeirat überprüfen lassen.

Jaromir Czernin hatte das Gemälde nach einem Bericht des "Standard" 1940 an Adolf Hitler für das geplante Führermuseum in Linz verkauft - unter Zwang, wie die Familie Czernin meint und sich dabei auf ein Gutachten des Provenienzforschers Michael Wladika beruft. Seit 1946 befindet sich das um 1665 entstandene Bild des niederländischen Malers in Besitz des KHM.

Laut einem Sprecher von Unterrichtsministerin Schmied werde nun eine dem Rückgabegesetz entsprechende Prüfung veranlasst. Das Anliegen der Familie werde dabei wie jede andere derartige Einbringungen behandelt, hieß es.

"Wir sind für eine glasklare und transparente Entscheidung", betonte man seitens des Unterrichtsministeriums. Schmied habe immer gesagt, dass sie sich an die Empfehlungen des Rückgabebeirats halte. Wie lange ein solches Verfahren dauert, könne man derzeit noch nicht sagen.

Sollte es zu einer Restitution des Gemäldes "Die Malkunst" von Jan Vermeer kommen, wäre das für KHM-Generaldirektorin Sabine Haag ein "schmerzhafter Verlust". Die "Malkunst" sei das einzige Gemälde Vermeers im Museum und "zählt zu den absoluten Zimelien", meinte Haag. Noch sei es in dem Fall aber "bei weitem zu früh, darüber nachzudenken", was im Fall einer Restitutionsempfehlung zu geschehen hätte, der Ball liege nun bei der Kommission für Provenienzforschung.

(apa/red)