'Geht's daneben, ist nichts passiert': Rogan zeigt sich vor 100 m Rücken betont relaxed

Deutscher Helge Meeuw ist großer Gold-Favorit! Wegen Synchron-Schwimmens wenig Training

Ex-Weltrekordler Markus Rogan nimmt die 100 m Rücken zum Auftrakt seiner 4. Langbahn-EM entspannt in Angriff. Der 24-Jährige will einerseits endlich einmal eine Zeit unter 54 Sekunden hinlegen, womit er ein heißer Medaillen-Tipp wäre. Andererseits weiß er, dass ihn auch eine nur mittelprächtige Vorstellung für seinen 200-m-Auftritt nicht zu beunruhigen braucht.

Allerdings hätte der Kurzbahn-Europarekordler auf dieser Strecke etwas nachzuholen, das er bisher auf EM-Ebene zweimal nur knapp verpasst hat. 2002 in Berlin wurde er nämlich über die mittlere Rücken-Distanz 12/100 Sekunden hinter dem Deutschen Stev Theloke Zweiter, und 2004 in Madrid fehlte ihm auf das Gold von Laszlo Cseh gar nur 1/100. Seit den Berlin-Titelkämpfen hat Rogan seine Bestzeit übrigens um nur 19/100 gedrückt.

Das liegt auch daran, dass die Konzentration des zweifachen Olympia-Zweiten von Athen oft zu sehr auf die 200 m Rücken ausgerichtet waren. Diesmal aber denkt er, dass sich seine weiter verbesserten Ausdauer-Werte auch im 100-m-Finish noch positiver auswirken sollten. So wie im Olympia-Rennen, als der Wiener vom achten und letzten Zwischenrang zur Renn-Halbzeit noch auf Platz zwei vorpreschte.

Wegen Synchron-Schwimmen wenig Trainingsmöglichkeiten
Rogan weilt seit Freitag in der ungarischen Hauptstadt, geht ohne Kontakt zum Wettkampf-Becken in die Konkurrenz. Auf Grund der dichten Ansetzung der Bewerbe im Synchron-Schwimmen war ihm das zu seinen Trainingszeiten nicht möglich, einige andere fanden eine Lücke im Programm. Trainer Robert Michlmayr hält das aber für vernachlässigbar, da es im Vorlauf für die Top-Asse noch nicht wirklich um alles geht.

Der Coach sieht bei seinem Schützling allerdings einen kleinen Unsicherheitsfaktor. "Bei submaximalem Tempo schwimmt Markus sehr stark. Beim 100-er geht es aber auch in den maximalen Bereich, da wird er leicht instabil." Das liegt daran, dass Rogan eine hohe Laktatbildungsgeschwindigkeit hat, die Gefahr der muskulären Übersäuerung ist dann groß. Michlmayr: "Daher muss er das richtige Tempo finden."

Klappt das, hat der Kurzbahn-Vize-Weltmeister über diese Strecke alle Trümpfe in der Hand. "Ich werde wieder stark auf die zweite Länge setzen. Geht es aber daneben, ist auch nichts passiert", meinte Rogan zum Rennen. Beim Wochenend-Training setzte der dreifache Europameister zur Detailarbeit an, u.a. balancierte er zur Kopf-Stabilisierung während des Schwimmens ein kleines Kästchen auf dem Kopf.

Deutscher Meeuw großer Favorit
Als großer Renn-Favorit gilt Helge Meeuw. Nach seinem im Juni bei den deutschen Meisterschaften fixierten Europarekord legte er vor zwei Wochen eine starke Zeit nach. Aber auch Arakadij Wjatschanin will es nun wohl endlich wissen, nachdem der Russe bei der Kurzbahn-EM in Triest dreimal "nur" Silber holte und bei der WM in Shanghai aussichtsreich über 200 m disqualifiziert wurde. Nicht zu vergessen ist der Brite Gregor Tait.

Und natürlich Cseh - der Ungar ist nicht nur Titelverteidiger, sondern bei seiner Heim-EM zusätzlich topmotiviert. Als einer der Kandidaten für den männlichen Superstar dieser Titelkämpfe könnte er gleich zu EM-Beginn eine erste Duftmarke setzen.

(APA/red)