Geht's dem Beamtenstaat an den Kragen? Ministerin Bures will Personal einsparen

2008: Nur jeder 2. pensionierte Beamte nachbesetzt Verteidigungsminister Darabos mit ähnlichen Plänen<br>OECD: Österreich bei Beamten im hinteren Mittelfeld

Für Österreichs Beamtenstaat wird's nun wirklich ernst: Nachdem bereits Verteidigungsminister Darabos massive Personaleinsparungen angekündigt hatte, zieht auch Frauenministerin mit ähnlichen Vorschlägen nach.

Ministerin Bures will sparen. Im öffentlichen Dienst sollen demnach Einsparungen beim Personal erfolgen. Zusätzlich soll das Zulagen-System vereinfacht und eine Personalagentur gegründet werden. Diese soll damit beauftragt werden Beamte dorthin zu vermitteln, wo sie auch wirklich gebraucht werden. Reformen auch im Dienstrecht: Neueinsteiger sollen besser verdienen und Pragmatisierungen zur Ausnahme werden. -

Sicher ist jetzt schon, dass 2008/2009 nur jeder zweite pensionierte Beamte nachbesetzt werden soll. Mit Protesten aus der Beamtengewerkschaft ist zu rechnen.

Darabos will auch sparen
In einem profil-Interview kündigt Verteidigungsminister Norbert Darabos ebenso massive Personaleinsparungen an. "Im NATO-Land Ungarn gibt es in der Zentralstelle der Armee 500 Bedienstete. Wir haben über 1000. Ich würde gern 20 Prozent einsparen. Das personelle Gewicht muss zur Truppe hin verlagert werden", erklärt der SPÖ-Politiker. "Wir brauchen keine Armee, die sich selbst verwaltet, sondern ein Bundesheer, das im Einsatz bei Katastrophen oder im Ausland und beim Assistenzeinsatz an der Grenze seinen Mann oder seine Frau stellt."

Darabos kritisiert dazu seinen Amtsvorgänger Günther Platter, nunmehr Innenminister. Dieser habe "das heiße Eisen der Zentralstellen-Reform leider nicht wie geplant angefasst, sondern mir übergeben". Weiters will Darabos die Zahl jener Personen, die innerhalb der Heeresstruktur kein konkretes Aufgabengebiet haben, reduzieren. "Derzeit haben wir im Heer zu viele Personen, die auf nicht-systematisierten Posten sitzen, also eigentlich keine klare Tätigkeit zugewiesen bekamen", erläutert Darabos im "profil"-Interview.

(red)