Geht um viel mehr Geld als angenommen: Deutscher Fiskus darf sich die Hände reiben

Steuer-CD: Weit mehr hinterzogen, als geschätzt Finanzminister glaubt nicht an Eiszeit mit der Schweiz

Geht um viel mehr Geld als angenommen: Deutscher Fiskus darf sich die Hände reiben © Bild: APA/dpa/Rumpenhorst

In der Affäre um mutmaßliche deutsche Steuersünder in der Schweiz geht es laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" offenbar um wesentlich mehr Geld als bisher angenommen. Wie die Zeitung berichtet, gingen Experten bis dato davon aus, dass die Datensammlung, die ein Informant angeboten hat, dem Fiskus 100 Millionen Euro einbringen könnte. Tatsächlich hätten die Anleger offenbar aber weit mehr Steuern hinterzogen als zunächst geschätzt.

Die Zeitung zitierte gut informierte Behördenkreise mit der Einschätzung, dass es sich um einen der größten Komplexe von Steuerhinterziehung durch Deutsche überhaupt handle. Es solle sich nicht nur um Fälle handeln, die schon mehrere Jahre zurückliegen. Ein Teil der dokumentierten Kontobewegungen solle aus dem Jahr 2008 stammen.

Der Streit um die Daten wird nach Ansicht des deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble die Beziehungen zur Schweiz nicht nachhaltig belasten. Der "Bild"-Zeitung sagte Schäuble: "Es wird keine Eiszeit geben. Es ist doch völlig in Ordnung, dass dieses Thema in der Schweiz ähnlich kontrovers diskutiert wird wie in Deutschland." Der Minister geht davon aus, dass Deutschland die Daten in Kürze zur Verfügung hat: "Ein Datum kann ich nicht nennen. Aber lange wird es nicht mehr dauern."

(apa/red)