Geheimnis gelüftet? Französischer Experte entschlüsselte das Lächeln der Mona Lisa

Schicht über Schicht in jahrelanger Arbeit aufgetragen Effekt durch Verbindung von Schatten und Licht

Geheimnis gelüftet? Französischer Experte entschlüsselte das Lächeln der Mona Lisa

Hinter dem geheimnisvollen Lächeln der Mona Lisa stehen Jahre über Jahre harter Arbeit mit einer komplizierten Schichtentechnik des Malers Leonardo da Vinci. Das glaubt der französische Malerei-Experte Jacques Franck herausgefunden zu haben. In einer am Dienstag in den Uffizien in Florenz eröffneten Ausstellung präsentiert Franck seinen experimentellen Zugang zu der Frage, wie das Renaissance-Genie den unbeschreiblichen Schleier, genannt "sfumato", auf das Bild der legendären Mona Lisa gezaubert hat. Nach Studien alter Schriften Leonardos, eingehenden Analysen seiner Werke und durch das Nachmalen der Bilder ist Franck sich mit Blick auf die Frage nach den Geheimnissen des Künstlers sicher: "Ich habe die Antwort."

In sechs Bildern stellt Franck die unterschiedlichen Etappen bei der Entstehung des Renaissance-Meisterwerkes nach, das jährlich Millionen Besucher in das Pariser Louvre-Museum lockt. "Das Grundproblem des sfumato", erklärt Franck im Gespräch mit AFP, "ist die unmerkliche Verbindung von Schatten und Licht". Und so sei die Mona Lisa durch das mühselige Auftragen unterschiedlicher Schichten entstanden: Zunächst eine gelbliche Grundlage, darauf folgt eine weitere Schicht mit rötlichen Kontrasten, aufgetragen mit sehr dünner Farbe. "Dann arbeitet Leonardo an den Schatten und zwar mit Hilfe von Schraffierungen", so der französische Experte. Danach folge erneut eine hauchdünne gelbe Schicht, die die Kontraste wieder verwische.

Was das Gesicht der "Gioconda" mit dem legendären Lächeln betrifft, so "hat er das wohl 30 Mal gemalt", meint Franck. Dabei habe er mit Sicherheit eine Lupe verwendet und mit Farbtupfern von nicht mehr als einem Dreißigstel- oder sogar einem Vierzigstel-Millimeter gearbeitet. "Das hat Jahre gedauert", so der Experte. Auch das staatliche französische Labor C2RMF, das im Juni eine Studie zur Mona Lisa herausbringt, ist sich sicher, dass die Arbeit langwierig und mühselig war. Die Mona Lisa sei "mit der höchstmöglichen Reflexion und der größtmöglichen Erfahrung" entstanden, "und das für ein Lächeln, das höchstens eines Viertelsekunde gedauert hat". (apa/red)