Gegensätze: Geschichte der aufstrebenden Sabres und der ruhmreichen NY Rangers

Playoff-Duell zweier Klub-Generationen in der NHL

Gegensätze: Geschichte der aufstrebenden Sabres und der ruhmreichen NY Rangers

Das Eastern-Conference-Semifinale zwischen den Buffalo Sabres und den New York Rangers ist auch ein Duell zweier Klub-Generationen in der National Hockey League (NHL). Auf der einen Seite stehen die ruhmreichen Rangers, der Traditionsklub aus dem "Big Apple", der seit 1926 in der NHL vertreten ist und seither vier Stanley-Cup-Triumphe gefeiert hat. Auf der anderen Seite die aufstrebenden Sabres, die seit 1970 in der stärksten Eishockey-Liga der Welt spielen, bisher zweimal im Stanley-Cup-Finale standen, aber beide Endspielserien verloren.

Während Buffalo als bestes Team des Grunddurchganges und damit Gewinner der President's Trophy souverän ins Playoff einzog, retteten sich die Rangers mit einem fulminanten Finish der regulären Saison als Sechste und mit nur drei Punkten Vorsprung auf die neuntplatzierten Toronto Maple Leafs in die Top-Acht des Ostens. Wenn es um Erfolge, Rekorde und Mythen geht, können die Sabres mit den "Broadway Blueshirts" aus New York aber noch nicht mithalten.

In der Saison 1926/27 feierten die New York Rangers ihre NHL-Premiere, die Heimspiele trugen sie von Beginn an im Madison Square Garden aus. Als erster und bisher einziger Klub gewannen sie 1928 in ihrer zweiten Saison gleich den Stanley Cup. Fünf Jahre später eroberten die Rangers die überdimensionale Trophäe erneut und wuchsen in den folgenden Jahren bis 1940, als man den Stanley Cup zum dritten Mal holte, zu einer Institution. Spiele der Rangers entwickelten sich zu einem Aufmarsch der New Yorker "High Society", ein Großteil der Zuschauer erschien in Anzug bzw. Abendkleid.

Mit dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg endete die erste große Ära der Rangers. Erst in den 60er Jahren begann die Hockey-Renaissance im Madison Square Garden. Von 1966 an erreichten die Rangers neunmal in Folge die Playoffs, das Stanley-Cup-Finale 1972 verloren sie allerdings mit 2:4 gegen Boston. Auch 1979 unterlag man in der Endspiel-Serie, damals gegen die Montreal Canadiens mit 1:4.

Die Erlösung war schließlich mit einem Namen verbunden. Mark Messier, der 1991 geholt wurde, führte die Rangers in der Saison 1993/94 wieder ins Stanley-Cup-Finale, wo die Vancouver Canucks mit 4:3 niedergerungen wurden. Zuvor hatten die Rangers die New Jersey Devils im Conference-Finale ebenfalls in sieben Spielen besiegt. Der bisher letzte große Rangers-Höhepunkt im "Garden" war der Abtritt des wahrscheinlich größten Spielers in der Geschichte des Eishockey-Sports am 18. April 1999. Wayne Gretzky beendete seine einzigartige Karriere im Trikot der Rangers.

Die Buffalo Sabres wollen nach den bitteren Final-Niederlagen von 1975 und 1999 den Stanley-Cup heuer erstmals in die Eishockey-verrückte Stadt am Ufer des Erie-Sees holen. Nach der Gründung der Sabres im Mai 1970 entwickelte sich in Buffalo bald ein ausgezeichnetes Team. Die Franko-Kanadier Gilbert Perreault, Rene Robert und Rick Martin bildeten die legendäre "French Connection". 1973 erreichten die Sabres erstmals die Playoffs und schon in der Saison 1974/75 das Stanley-Cup-Finale, das sie aber gegen die Philadelphia Flyers verloren.

Bis in die 90er Jahre konnte man nicht an die frühen Erfolge anschließen, verzeichnete aber zumindest spektakuläre Transfers. 1989 wurde Alexander Mogilny nach Buffalo geholt. Der Russe hält mit 76 Toren (1992/93) noch immer den Sabres-Saisonrekord, dahinter folgt allerdings schon der Österreicher Thomas Vanek mit seinen 43 Toren der jüngsten regulären Saison. Auch der tschechische Torhüter-Star Dominik Hasek begann seine NHL-Karriere bei den Sabres.

Erst 1998 schafften es die Sabres, damals übrigens schon mit dem noch immer amtierenden Headcoach Lindy Ruff, bis ins Conference-Finale. Dieses verloren sie gegen die Washington Capitals aber ebenso mit 2:4 wie ein Jahr später ihre zweite Stanley-Cup-Finalserie gegen die Dallas Stars. Nach finanziellen Problemen zu Beginn des neuen Jahrtausends kaufte Milliardär Tom Golisano die Sabres 2003. Es war auch das Jahr, in dem die Sabres in der ersten Runde des NHL-Drafts den Steirer Vanek von der Universität Minnesota verpflichteten.

Und im Vorjahr erreichten Lindy Ruff und seine Mannen wieder das Conference-Finale, wo allerdings gegen den späteren Stanley-Cup-Champion Carolina Hurricanes nach sieben Spielen Endstation war. In der 18.690 Zuschauer fassenden und im Vergleich zum Madison Square Garden hypermodernen HSBC-Arena spielen die Sabres erst seit 1996, zuvor war ihre Heimstätte das Buffalo Memorial Auditorium.

(apa/red)