Gegen Bush-Pläne für Freihandelszone:
Bolivien tritt Anti-US-Handelsabkommen bei

Castro, Chávez und Morales unterzeichnen Vertrag Boliviens Sojaproduktion darf zollfrei in Partnerländer

Kuba, Bolivien und Venezuela haben in Havanna ein Handelsabkommen unterzeichnet, mit dem sie ihre Gegnerschaft gegenüber den USA verstärken. Damit ist Bolivien unter seinem neuen linken Präsidenten Evo Morales nun auch formell der Boliviarischen Alternative für Amerika (ALBA) beigetreten. Diese war im vergangenen Jahr von den Präsidenten Kubas und Venezuelas, Fidel Castro und Hugo Chávez, geschaffen worden, um vor allem das US- Projekt einer Freihandelszone für dem gesamten Kontinent auszuhebeln.

Der "Handelsvertrag der Völker", den Morales mit Castro und Chavez in Havanna unterzeichnete, sieht unter anderen die Abschaffung der Zölle von bestimmten Gütern im Warenverkehr der drei Länder vor. So soll Bolivien künftig seine gesamte Sojaproduktion zollfrei nach Kuba und Venezuela verkaufen dürfen. Kuba zahlt mit Ärzten und Lehrern, Venezuela mit Öl. Bisher verkaufte das bitterarme Bolivien einen großen Teil seiner Sojaproduktion nach Kolumbien, das, wenn es einen Freihandelsvertrag mit den USA unterzeichnet, bald subventioniertes Soja von dort beziehen wird, und nicht mehr aus Bolivien.

Peru, Ecuador und Kolumbien fürchten, mit dem Dreier-Gipfel könnte der von ihnen zusammen mit Bolivien gebildeten Andengemeinschaft ein neuer Schlag drohen. Venezuela war in der vergangenen Woche aus dem Wirtschaftsverbund ausgetreten, weil die anderen Mitgliedstaaten mit den USA bilaterale Freihandelsabkommen geschlossen hatten. Beobachtern zufolge könnte Chávez nun auch Morales von solch einem Austritt überzeugen wollen. Das linksgerichtete Präsidententrio eint eine scharf gegen die USA zielende Politik. (apa/red)