Gefechte zwischen Polizei und Gangstern:
Gewalt in Sao Paulo neu aufgeflammt

Heftige Schusswechsel in brasilianischer Metropole

Mitglieder von Verbrecherbanden haben im brasilianischen Sao Paulo erneut Anschläge verübt. Die Polizei tötete nach den Unruhen eigenen Angaben zufolge zwei Verdächtige und nahm zwölf weitere fest. Drei Personen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Die Banden-Mitglieder steckten mehrere Busse und zwei Polizeiautos in Brand. Auch Banken und Supermärkte wurden angegriffen. Zudem zündeten die Kriminellen einen selbst gebauten Sprengsatz vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft. Der Polizei zufolge wurden in der ganzen Stadt 93 Ziele angegriffen. Die Behörden vermuten die Gruppierung Erstes Hauptstadtkommando (PCC) hinter den Unruhen. Der Gouverneur des Bundesstaates Sao Paulo, Claudio Lembo, rief die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren.

Es ist das dritte Mal innerhalb von vier Monaten, dass das PCC Anschläge in Sao Paulo verübt. Im Mai starben bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Mitgliedern der PCC fast 200 Menschen. Sao Paulo ist mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der Welt und hat seit langem mit Kriminalität und Gewalt zu kämpfen. Die Metropole gilt als Drehscheibe des internationalen Drogenhandels. (apa/red)