Gefechte im Gazastreifen: Fatah legt Be-
teiligung an Palästinenser-Regierung auf Eis

Bis die Kämpfe mit der Hamas beendet sind Gazastreifen versinkt immer tiefer im Bürgerkrieg

Angesichts der ausufernden Gewalt im Gazastreifen beenden die Minister der Fatah bis auf weiteres ihre Beteiligung an der palästinensischen Regierungskoalition. Die Minister legen ihre Arbeit demnach nieder, bis die Kämpfe mit der Hamas beendet sind. Seit Montag kosteten die Gefechte mindestens 37 Menschen das Leben.

Die bewaffneten Zusammenstöße zwischen verfeindeten Anhängern der Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah im Gaza-Streifen geht weiter. Mehrere Palästinenser wurden getötet. Am Morgen schlugen nach Angaben von Sicherheitskräften drei Mörsergranaten in der Nähe des Büros von Präsident und Fatah-Chef Mahmoud Abbas ein. Wenige Minuten später beschädigte eine Mörsergranate das Haus von Hamas-Premier Ismail Haniyeh.

Bei den heftigen Kämpfen sind 17 Menschen getötet worden. Die Situation könne nur noch als "Krieg" bezeichnet werden, sagte ein Fatah-Sprecher. Sowohl Abbas als auch Haniyeh haben erneut zur Einstellung der Kämpfe aufgerufen.

Nachdem vor drei Monaten eine Regierung der nationalen Einheit gebildet worden war, flammten Mitte Mai neue Kämpfe zwischen Fatah und Hamas auf. Seitdem kamen dabei mehr als 80 Menschen ums Leben.

Schlagen Putschversuch der Hamas nieder
Die Führung der Nationalen Sicherheitskräfte in den Palästinenser-Gebieten hat angeordnet, gegen die mitregierende Hamas-Bewegung vorzugehen. Dabei sprachen die Anhänger von Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) von einem Putschversuch der Islamisten, der niedergeschlagen werden müsse.

Die Einheiten der Nationalen Sicherheitskräfte sollten ihre Posten verteidigen und dem Umsturzversuch der Islamisten die Stirn bieten, hieß es in einem Aufruf des Kommandos, der am Dienstag in Gaza veröffentlicht wurde. Die Hamas sei eine "blutige Partei, die einen Putsch gegen den Präsidenten, gegen die Autonomiebehörde und gegen die Regierung der nationalen Einheit versucht".

Die Nationalen Sicherheitskräfte sind die größte Truppe unter der Kontrolle des Präsidenten und hat offiziellen Angaben zufolge bis zu 30.000 Mitglieder im Gazastreifen und im Westjordanland.

Olmert bringt internationale Grenztruppe ins Gespräch
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hat eine internationalen Truppe zur Sicherung der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ins Gespräch gebracht. Olmert sagte nach einem Gespräch mit dem niederländischen Außenminister Maxime Verhagen, eine solche Stationierung solle ernsthaft erwogen werden. Falls der palästinensische Küstenstreifen in die Hände der radikal-islamischen Hamas fallen sollte, wäre dies von "regionaler Bedeutung", sagte Olmert. Der Westen solle nun rasch handeln.

(apa/red)