Gefahr in Katastrophengebiet weiter akut:
China bittet dringend um ausländische Hilfe

Regierung benötigt sofort über 3,3 Millionen Zelte Gefahr von weiteren Katastrophen steigt weiter an

Gefahr in Katastrophengebiet weiter akut:
China bittet dringend um ausländische Hilfe © Bild: AP/Baker

Rund 80.000 Tote und Vermisste, 300.000 Verletzte, 4.000 verwaiste Kinder und fünf Millionen Obdachlose: Das Ausmaß der Erdbebenkatastrophe in China lässt sich auch mit den neuesten offiziellen Zahlen kaum fassen. Viel Zeit fürs Bilanzieren bleibt ohnehin nicht, da die Not im Katastrophengebiet immer noch akut ist.

"Wir brauchen über 3,3 Millionen Zelte", bat das Außenministerium dringend um internationale Unterstützung. Zugleich dankte die Regierung für die "große Hilfe" durch ausländische Firmen und internationale Agenturen.

Handelsminister Chen Deming sagte, ausländische Unternehmen hätten die Erdbebenopfer mit 1,9 Milliarden Yuan (174 Mio. Euro) an Bargeld und Material unterstützt. Er nahm die Unternehmen damit vor Vorwürfen in Schutz, die im Internet kursierten und von "internationalen Geizhälsen" und mangelnder Hilfe gesprochen hatten.

Todeszahlen korrigiert
Die Regierung korrigierte die offizielle Zahl der Toten um rund 10.000 auf 51.151 nach oben. Weitere 29.328 Menschen werden vermisst. Es wird befürchtet, dass auch sie tot sind.

Um zu zeigen, wie wichtig die Regierung die Katastrophenhilfe nimmt, reiste Ministerpräsident Wen Jiabao am Donnerstag erneut in die am stärksten betroffene Provinz Sichuan. Derweil steigt die Gefahr von weiteren Katastrophen infolge des Erdbebens - beispielsweise Schlammlawinen, blockierte Flussläufe, gelockerter Boden - weiter an. (apa/red)