Gefahr durch Flutwelle noch nicht gebannt: Eine Million Menschen bereit für Evakuierung

Drei Wochen nach Erdbeben 69.016 Tote bestätigt Heli abgestürzt - Protest von Eltern getöteter Kinder

© Bild: AP/Zheng

In einem Rennen gegen die Zeit haben Soldaten im Erdbebengebiet in China einen Kanal für einen natürlichen Stausee fertiggestellt, der das Risiko eines Dammbruchs verringern soll. Die Gefahr durch eine Flutwelle war zuletzt aber noch nicht gebannt, so dass sich mehr als eine Million Menschen flussabwärts im Gebiet der Stadt Mianyang für eine Evakuierung bereit halten mussten.

In Turbulenzen und dichtem Nebel in der Bergregion nahe Yingxiu stürzte ein Militärhubschrauber des russischen Typs Mi-171 bei einem Hilfseinsatz ab. Neben vier Besatzungsmitgliedern waren zehn verletzte Erdbebenopfer an Bord, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Rettungstrupps suchten nach Überlebenden.

69.016 Tote bestätigt
Drei Wochen nach dem Erdbeben waren 69.016 Tote bestätigt. Weitere 18.830 Menschen werden vermisst, so dass die Regierung mit weit mehr als 80.000 Erdbebentoten rechnet. Mehr als 22.000 Verletzte liegen in Krankenhäusern.

Umleitungskanal fertig gebaut
Nach tagelangen Bemühungen wurde der Umleitungskanal an dem gefährlichen Damm im Jian-Fluss bei Tanjiashan fertig gebaut. Bei dem großen Beben am 12. Mai hatte ein Bergrutsch den großen Erdwall gebildet, an dem sich der Fluss seither aufgestaut hatte. Über eine zehn Meter breite Öffnung und einen 475 Meter langen Kanal soll das ansteigende Wasser des Stausees in den nächsten Tagen abfließen. Doch schien das Wasser die Öffnung noch nicht erreicht zu haben. Nach heftigen Regenfällen steigt der Wasserpegel täglich um 1,6 Meter, lag zuletzt aber noch sieben Meter unter der Oberkante des Dammes. Von einer ursprünglich geplanten Sprengung nahmen die Experten Abstand, um den Damm nicht aufzulockern. Aus Angst vor einer Flutwelle sind flussabwärts 200.000 Menschen aus der Gefahrenzone gebracht worden.

(APA/red)