"Gefährliche Drohung für Schüler & Eltern":
Grüne sagen Nein zum ÖVP-Bildungskonzept

Modell ignoriere Forschung vergangener Jahrzehnte "ÖVP will das Selektionssystem sogar ausbauen"

"Gefährliche Drohung für Schüler & Eltern":
Grüne sagen Nein zum ÖVP-Bildungskonzept © Bild: APA/Gindl

Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser nannte das VP-Konzept einen Schritt zurück in die 1960er Jahre - sowohl was den Inhalt als auch die Wortwahl bei der Präsentation anbelange. Wer nach wie vor im Zusammenhang mit der gemeinsamen Schule von "Einheitsbrei" und "Nivellierung nach unten" spreche, ignoriere die wissenschaftliche Forschung der vergangenen Jahrzehnte. Glawischnig kritisierte, dass mit dem VP-Papier das Sitzenbleiben in der Volksschule wieder eingeführt und der Übertritt in die AHS-Unterstufe bzw. später in die Oberstufen erschwert werde.

Die ÖVP und allen voran ihr Vorsitzender Josef Pröll hätten außerdem nach wie vor nicht gelernt, wie moderne Familien funktionierten, meinte Glawischnig. Im VP-Konzept werde mit dem Festhalten an der reinen Nachmittagsbetreuung das In-der-Schule-Bleiben als Strafe verstanden, anstatt für ganztägige Schulformen mit einem sinnvollen Wechsel aus Lernen, Freizeit und Betreuung einzutreten. Es könne nicht Aufgabe der Eltern sein, mit dem Kindern am Nachmittag Hausaufgaben machen zu müssen - "das ist auch eine wichtige soziale Frage".

"Selektionssystem noch ausbauen"
"Was die ÖVP präsentiert hat, ist eine gefährliche Drohung für die Schüler und ihre Eltern", meinte Walser. "Was besonders schmerzt, ist die Tatsache, dass die ÖVP das Selektionssystem noch ausbauen will, obwohl Österreich schon jetzt der Staat mit der frühesten Selektion der Kinder ist." Wenn man das VP-Konzept mit der "Bildungsempfehlung" für Volksschüler ernst nehme, sei es sogar möglich, dass Kinder ihre Schulpflicht in der Volksschule absolvieren - wenn sie nämlich Jahr für Jahr keine "Bildungsempfehlung" bekommen. Walser stört auch, dass die ÖVP nach wie vor auf ein "defizitorientiertes Modell" setze.

Aufgrund des Bildungskonzepts ist Wissenschaftsministerin Beatrix Karl für Walser trotz des frühen Zeitpunkts "ganz heiße Kandidatin für die bildungspolitische Enttäuschung des Jahres 2011". Josef Pröll habe seine Ernennung zum "Betonmischer des Jahres 2011" schon praktisch sicher.

Aber auch von Unterrichtsministerin Claudia Schmied will Walser endlich "klare Worte" hören - nämlich ob sie mit der VP "zurück in die Vergangenheit" wolle oder mit den Grünen in die Zukunft. Schmieds bisherige Aussage von einem "Schritt in die richtige Richtung" der VP sei "schon enttäuschend" gewesen und für sich genommen auch schon eine "gefährliche Drohung". (apa/red)

Kommentare

christian95 melden

Rückschritt in die 60er Jahre? Hat jemand etwas anderes von dieser ÖVP erwartet? Wer die eine Prüfung nicht schafft bleibt dann 8 Jahre in der Volksschule! Und darf später als Fahrer oder Portier bei den ÖVP Bonzen arbeiten.....

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Re: Rückschritt in die 60er Jahre? Also ich würde es nicht als Rückschritt bezeichnen zumal die schulischen Leistungen und die allgemeine Schulbildung von damals bedutend besser waren, ald die heutigen.
Unbestrittenes Faktum ist dass die Bildung kontinuirlich abnimmt, und das seit 20 Jahren.
An Christian95: Der Rückkehrschluss: Wer die Prüfung nicht schafft darf trotzdem studieren und wird in der SPÖ Bundesgeschäftsführerin (a la Fr.Rudas).
PS das soll aber nicht heissen, dass ich das Konzept der ÖVP gutheisse, aber ein bisschen mehr Leistungsdruck könnten unsere Jugendlichen schon vertragen.

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