Gefährdete Kraftwerke rund um Österreich:
Störfälle sind bei Nachbarn keine Seltenheit

Atommeiler sind häufig veraltet und nicht mehr sicher Experte fordert sofortigen Ausbaustopp von Mochovce

Gefährdete Kraftwerke rund um Österreich:
Störfälle sind bei Nachbarn keine Seltenheit © Bild: APA/Waxmann

Sie sind veraltet, nicht mehr sicher und teilweise erdbebengefährdet: Viele Atomkraftwerke rund um Österreich sind eigentlich "schrottreif" und stellen im Falle eines AKW-Unfalls eine enorme Gefahr dar. "Atomkraft ist eine Hochrisikotechnologie, die nie zu hundert Prozent beherrschbar sein wird. Es wird niemals auszuschließen sein, dass es durch menschliches Versagen wie vor 25 Jahren in Tschernobyl, durch schwerwiegende Sicherheitsmängel - wie bei den meisten AKW an Österreichs Grenzen - oder große Naturkatastrophen wie in Japan zu schweren Unfällen kommen kann, die unermessliches Leid für hunderttausende Menschen bedeuten", mahnte Eva Glawischnig, Parteichefin der Grünen.

Die Liste der gefährlichen AKWs rund um unser Heimatland ist lang: Erdbebengefährdet sind die Kraftwerke in Krsko (Slowenien), Chooz (Frankreich) und Fessenheim (Frankreich). Hinzu kommt, dass in Krsko und Fessenheim bereits mehrere Störfälle aufgetreten sind. Am 4. Juni 2008 trat im slowenischen Atommeiler Kühlflüssigkeit aus, der Reaktor wurde gedrosselt. Das ausgetreten radioaktive Wasser konnte jedoch aufgefangen werden. Auch im Reaktorblock zwei in Fessenheim musste im Dezember 2009 die Kühlung wegen Problemen kurz abgeschaltet werden.

Alte AKWs in Deutschland
Auch bei unseren deutschen Nachbarn sind noch Atomkraftwerke in Betrieb, die in Pension gehören. Das AKW Neckarwestheim I, das seit 1976 in Betrieb ist, ist bezüglich der Sicherheitsreserven längst nicht mehr auf dem neuesten Stand. Ebenso wie der Reaktor Isar I in Bayern, der 1979 ans Netz ging, und der Reaktorblock A im Kraftwerk Biblis in Hessen, der 1975 eingeschaltet wurde. Die gute Nachricht: Die Laufzeit der betroffenen Blöcke wird nicht mehr verlängert, wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt gab.

Ein Super-GAU in einem dieser AKWs, hätte auch fatale Auswirkungen für Österreich, wie Greenpeace Atom-Experte Steffen Nichtenberger betonte: "Greenpeace hat verschiedenen Berechnungen angestellt, wie sich ein AKW-Unfall in Deutschland auf Österreich auswirken würde. Wegen der vorherrschenden Wetterlage (Windrichtung meist aus West bzw. Nordwest) wäre Österreich beispielsweise von einem GAU im AKW Neckarwestheim massiv betroffen."

Tickende Zeitbomben im Osten Österreichs
Zu den gefürchtetsten Kraftwerken zählen die Reaktoren Mochovce (160 km von Wien entfernt) und Bohunice (100 km von Wien entfernt) in der Slowakei, Dukovany (100 km von Wien entfernt) in Tschechien und Paks (rund 300 km von Wien entfernt) in Ungarn. Alle vier Atommeiler sind veraltet, haben kein Containment (Stahlschutzhülle) und sind daher "besonders gefährlich", wie Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Grünen Wien, erklärte. Die Grünen fordern daher den weltweiten Atomausstieg. "Die europäischen Atomstaaten sollen den Anfang machen. Als Sofortmaßnahme müssen alle Risiko-Reaktoren in Europa auf der Stelle abgeschaltet werden", verlangte Glawischnig.

Auch der oberösterreichische Anti-Atom-Berater Radko Pavlovec ruft zum Handeln auf. Er sieht den geplanten Ausbau in Mochovce als großes Risiko an. Beide "Blöcke weisen, wie die von Unfällen betroffenen japanischen Reaktoren, ein Sicherheitsniveaus des Jahres 1970 auf, verfügen über kein Volldruckcontainment und liegen noch dazu in einem erdbebengefährdeten Gebiet", sagte Pavlovec. Österreich könne und solle ein Verletzungsverfahren gegen die Slowakei eröffnen und das Aus für dieses "völlig inakzeptable" Projekt bewirken.

Interaktive Karte


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(red)

Plus: Noch mehr Infos über die Atomgefahr um Österreich lesen Sie im NEWS 11/11!

Kommentare

Bitte nicht wegschauen,handeln,Petition unterzeichnen Vollkommen richtig!

www.atomausstieg.at bietet gute Infos

Bitte mithelfen, zum Jammern ist es zu spät!
"Wenn die Sandkörner der Sahara zu Hause bleiben, gibt es keine Sahara"
Jede Unterschrift zählt, damit in der Öffentlichkeit klar wird, was die Menschen wollen. Nur dann wird die Politik handeln müssen. (siehe Merkelreaktion nach Bürgerprotesten in Dtschld.)

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Leute seht es ein .. wir sind von Zeitbomben umgeben Wenn sich nicht bald was ändert, geht es uns wie in Japan!!

Und im Prinzip egal welches Atomkraftwerk drauf geht uns kann es aus allen Seiten erwischen!!!!

Also verschliesst nicht eure Augen, Atomstrom kann keine Lösung sein!

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Re: Leute seht es ein .. wir sind von Zeitbomben umgeben Vollkommen richtig.
Bitte mithelfen, ein Zeichen zu setzen:

www.atomausstieg.at anklicken

Jeder kann etwas bewirken.
"Wenn alle Sandkörner der Sahara zu Hause bleiben, gibt es keine Sahara!"

Jede Unterschrift ist ein Zeichen, das die Verantwortlichen nicht ignorieren können, zumindest nicht öffentlich.
Es muss etwas geschehen, zum Jammern alleine ist es zu spät!

Noch was: Wie ich die EU-Geistesriesen einschätze, werden sie höhere Steuern für Atomstrom einführen, um die Sicherheit zu erhöhen. Ist doch völlig korrekt, oder ?
Es gan ja auch immer wieder den "Gesundheits-Schilling" für jede Packung Zigaretten, der aber im Politsumpf unterging und auf keinen Fall in die Krankenhäuser investiert wurden.

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Zum Nachdenken: Die Eu verbietet das Rauchen an öffentlichen Plätzen und Gaststätten, da Gesundheitsgefährdend. Aber Kernkraftwerke die uns alle belasten sind nach wie vor erlaubt. Haben die Herren in Brüssel noch was in ihrer Birne, ausser Abzockergedanken?
Für mich sind das alles überbezahlte scheinheilige Gangster.

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Re: Zum Nachdenken: Man kann es gar nicht oft genug sagen. Es gibt kein System,weder biologisch noch technisch,das 100%ig sicher ist.Und solange der Funkverkehr der Synapsen in unseren Hirnen noch halbwegs funktioniert oder anders gesagt, solange man imstande ist noch halbwegs klar zu denken,sollte man seine Griffel von Dingen lassen,deren Auswirkungen im Falle des Schiefgehens und das tut es irgendwann einmal,so unbeschreiblich groß sind,dass dadurch riesige Landstriche auf Jahrzehnte verseucht und nicht bewohnbar sind.
Und die Ausrede, dass dies nicht realistisch sei, basiert auf Profit und Geld. Dass wir unseren Verbrauch über kurz oder lang senken werden müssen, liegt auf der Hand. Die Frage ist, ob wir es geregelt schaffen oder ob wir es auf die harte Tour lernen müssen. Momentan tippe ich auf zweiteres.

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