Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus: Parlament ganz im Zeichen des Widerstands

Prammer-Appell vor Regierung: "Wachsam bleiben" Widerstandskämpfer warnt vor neuen "Verführern"

Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus: Parlament ganz im Zeichen des Widerstands

Die diesjährige Gedenkveranstaltung im Parlament anlässlich des Gedenktages gegen Gewalt und Rassismus ist ganz im Zeichen des Widerstandes gegen die Herrschaft der Nationalsozialisten gestanden. Nationalratspräsidentin Prammer bekundete in ihrer Rede ihren Respekt gegenüber den Widerstandskämpfern. Auch Bundesrats-Präsident Gruber bezeichnete diese als Vorbilder.

Eröffnet wurde die Veranstaltung, zu der ein Gutteil der Regierung - an der Spitze Bundeskanzler Gusenbauer und Vizekanzler Molterer - gekommen waren, durch das Ensemble Klesmer Wien mit jüdischen Melodien. Neben zahlreichen Abgeordneten beider Parlamentskammern waren auch die fünf Klubchefs der Parteien im historischen Sitzungssaal des Parlaments erschienen. Von der Tribüne aus wohnten u.a. Bundespräsident Fischer und Alt-Bundespräsident Waldheim sowie Vertreter der Geistlichkeit der Veranstaltung bei.

Prammer bezeichnete es als "besondere Ehre", Vertreter des Widerstandes im Parlament begrüßen zu dürfen. Es gehe um ein "ehrliches Gedenken", das mehr als eine bloße Rückschau sein sollte. Das Erinnern müsse immer auch eine Mahnung sein, denn Demokratie schütze nicht vor antidemokratischen Tendenzen. Als Bedingung für den Widerstand nannte Prammer wie auch Bundesratspräsident Gruber Zivilcourage.

Eingeladene Zeitzeugen plädierten für Wachsamkeit, der ehemalige Widerstandskämpfer Ströer warnte die Jugend vor "Verführern". Der Historiker Rathkolb bezeichnete das Ansehen des Widerstands auch als "Indikator für die Resistenzbereitschaft gegen autoritäre Regime" heute.

Das Gedenken im Nationalrat wird aus Anlass des Gedenktages gegen Gewalt und Rassismus am 5. Mai abgehalten, jener Tag, an dem im Jahr 1945 das Konzentrationslager Mauthausen befreit wurde. Der Gedenktag geht auf eine gemeinsame Entschließung von Nationalrat und Bundesrat im Jahr 1997 zurück.

(apa/red)