Gedenkkonzert für Jacko in Wien geplant:
Jermaine organisiert Stars für Tribute-Show

Der Kartenverkauf soll bereits am 20. August starten Gigantische Show erwartet: Termin noch nicht fix

Gedenkkonzert für Jacko in Wien geplant:
Jermaine organisiert Stars für Tribute-Show © Bild: Reuters

Zwar gibt es noch keinen fixen Termin für das geplante Tribute-Konzert für Michael Jackson in Wien, die Planungen laufen aber schon auf Hochtouren. Wie Organisator Georg Kindel von der World Awards Media Gmbh Europe bestätigte, warte man derzeit auf zahlreiche behördliche Genehmigungen rund um das Schloss Schönbrunn, wo das Event voraussichtlich im September stattfinden soll. Parallel dazu ist man derzeit auch auf der Suche für geeignete Orte für zusätzliche Public Viewings. Kindel ist zuversichtlich, die behördlichen Genehmigungen in den nächsten sieben bis acht Tagen zu erhalten.

Den in Medien kolportierten Termin 29. August - Michael Jacksons Geburtstag - kann der Veranstalter aufgrund der Kurzfristigkeit jedoch ausschließen. Jacksons Bruder Jermaine Jackson hatte den Wunsch nach einem Gedenkkonzert in Wien erst kürzlich bei der Verleihung der "Save the World Awards" geäußert, wo er die Würdigung für seinen am 25. Juni verstorbenen Bruder entgegengenommen hatte. "Das wäre eine extreme logistische Herausforderung gewesen, deshalb haben wir uns nach Rücksprache mit Jermaine Jackson entschlossen, das Konzert um einige Wochen zu verschieben", so Kindel.

Wird Westeinfahrt gesperrt?
Jermaine Jackson, der sich persönlich um das Line-Up des Konzerts kümmert, will "in den nächsten Wochen" Pressekonferenzen in London, Paris und Wien abhalten, die genauen Termine würden bald bekanntgegeben, sagt Kindel. Die 85.000 Tickets gehen in zehn Tagen in den Verkauf und sollen nicht mehr kosten, als "Konzerte dieser Größenordnung sonst". Die Anzahl an Eintrittskarten könne man verkaufen, wenn die Westeinfahrt nach Wien gesperrt wird. "Dann könnten die Zuschauer bis nach hinten zur Penzinger Straße stehen", so der Veranstalter, "durch die natürliche Anhöhe wäre gute Sicht auf den Ehrenhof dann möglich."

Finanzieren soll sich das Event selbst durch weltweite TV-Rechte und den Ticket-Verkauf, ein "nicht unwesentlicher Teil" des Erlöses soll an karitative Einrichtungen gehen, darunter an die "Larry King Cardiac Foundation". Jermaine Jackson hatte das Konzert exklusiv auf CNN in Kings Talkshow angekündigt.

Protest von NGO
Unterdessen hat die NGO "Resistance for Peace Wien" in einer Aussendung die Stadt Wien und die Burghauptmannschaft als Verwalter des Schlosses Schönbrunn aufgefordert, "die geplante Tribute Veranstaltung aus ethischen Gründen nicht zu genehmigen". Denn Michael Jackson habe sich "mit enorm hohen Summen von juristischen Anklagen wegen Kindesmissbrauch freigekauft". Sollte es doch eine Genehmigung geben, werde "Resistance for Peace" Protestaktionen durchführen. Dies wollte Kindel nicht näher kommentieren, er verwies auf das humanitäre und karitative Engagement Michael Jacksons.

"Es gibt eine Seite von Michael Jackson, die kaum berücksichtigt wurde", so Kindel. Laut verschiedenen Quellen habe der "King of Pop" 500 Mio. Dollar für karitative Organisationen gespendet, "jeder der das in Zweifel stellt, ignoriert einen wesentlichen Aspekt seines Charakters. Er war nicht nur der bedeutendster Popkünstler des 20. Jahrhunderts, sondern auch ein Gönner und Unterstützer, der viele Leben er gerettet hat", so Kindel.

"Es gibt Gespräche"
Vonseiten der Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB) wurde der Kontakt zu den Veranstaltern bestätigt: "Es gibt Gespräche", berichtete eine Sprecherin. Konkrete Details seien aber noch nicht vereinbart. Man stehe der Idee jedenfalls nicht ablehnend gegenüber, wurde betont.

Auch Beamte im Wiener Rathaus widmen sich bereits der Tribute-Show. Die für Veranstaltungen zuständige Magistratsabteilung ist bei den Planungen "voll mit eingebunden", hieß es. Die Verkehrsabteilung führt ebenfalls "intensive Gespräche", wie ein Sprecher berichtete. Diese seien bei einem Event dieser Größenordnung unabdingbar, wurde betont. Partner dabei sind neben dem Veranstalter auch die Wiener Linien und die Polizei.

Auch die mögliche Sperre der Westeinfahrt vor dem Schloss Schönbrunn bzw. der Hadikgasse ist laut Rathaus Teil dieser Verhandlungen. Eine Entscheidung, ob es eine solche Maßnahme geben wird, ist aber noch nicht gefallen.

(apa/red)