Geburtstagsparty zu laut: 36-jähriger Mann feuert mit Luftdruckgewehr auf Nachbarn

Polizist wurde nur knapp von Projektil verfehlt Bergheimer litt unter psychischen Problemen

Ein 36-jähriger Mann aus Bergheim hat sich vom Lärm einer Geburtstagsfeier gestört gefühlt und feuerte mit einem Luftdruckgewehr an die 30 Schüsse auf das Haus und die rund 25 Freunde seines Nachbarn ab. Als die Polizei einschritt, verfehlte ein Projektil nur knapp den Kopf eines Beamten. Verletzt wurde zum Glück niemand. Der arbeitslose Schütze wurde festgenommen. Er hatte 2,12 Promille Alkohol im Blut.

Innerhalb einer dreiviertel Stunde hatte der Mann von seinem 44 Meter entfernten Reihenhaus aus einem Mansardenzimmer im zweiten Stock 25 bis 30 Schüsse aus seinem Luftdruckgewehr abgegeben, das mit einem Zielfernrohr ausgestattet war. Spuren der Projektileinschläge fanden sich an der Fassade der Doppelhaushälfte und an den Fensterscheiben.

Ein anderer, 40-jähriger Nachbar hatte gegen 22.50 Uhr die Polizeiinspektion Bergheim alarmiert. Als ein Uniformierter mit einem der Hausbesitzer vor der Eingangstüre des Hauses stand, gab der Schütze vermutlich einen gezielten Schuss auf den Polizisten ab und verfehlte ihn nur um Haaresbreite am Kopf. Mit Hilfe einer Diensthundestreife wurde der Verdächtige aufgespürt und die Waffe samt mehrerer hundert Schuss Munition sichergestellt.

In seiner Einvernahme gab der Mann an, er habe sich schon mehrmals über die Lautstärke in dem Nachbarhaus geärgert, erläuterte der Kommandant der Polizeiinspektion Bergheim, Helmut Naderer, im APA-Gespräch. Damit endlich einmal Schluss mit dem Lärm sei, habe er zum Gewehr gegriffen, rechtfertigte sich der 36-Jährige vor der Polizei.

Die Wohnung des mutmaßlichen Schützen wurde mittlerweile versiegelt. Das Luftdruckgewehr werde gründlich untersucht. "Wir sehen einen gewissen Zusammenhang mit Schüssen auf Katzen vor zwei, drei Jahren", erklärte der Kommandant der Polizeiinspektion Bergheim. Damals wurden im Bereich der Kirchfeldsiedlung Projektile im Fell der Haustiere gefunden.

Der 36-Jährige lebte sehr zurückgezogen. Wegen psychischer Probleme nahm er Antidepressiva und stand auch in ärztlicher Behandlung.

Ein Kollege des beschossenen Polizisten meinte, Projektile aus einem Luftdruckgewehr könnten sehr wohl einen Menschen schwer verletzen, wenn sie beispielsweise ein Auge oder die Halsschlagader treffen. Für den Besitz eines Luftdruckgewehrs ist weder eine Waffenbesitzkarte noch ein Waffenpass erforderlich. Der Eigentümer muss aber mindestens 18 Jahre alt sein. (apa/red)