Gaza - Israel von

Waffenruhe hält

Hamas stuft Verstöße sogar als "Sünde" ein. Zudem wurde Blockade gelockert

Ein Bub mit einem Spielzeuggewehr in der Hand © Bild: APA/EPA

Die Waffenruhe für Gaza hält. Die Hamas stuft Verstöße nun sogar als Sünde ein. Zugleich spricht sie von einer ersten Lockerung der Blockade durch Israel: Fischer dürfen wieder weiter auf See hinaus.

Die mühsam ausgehandelte Waffenruhe in Nahost wird von beiden Seiten sorgsam eingehalten. Ein religiöser Repräsentant der im Gazastreifen herrschenden Hamas verhängte jetzt sogar eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten.

Verstöße als Sünde

Darin werden Verstöße gegen die von Ägypten vereinbarte Vereinbarung als Sünde eingestuft. Israel habe auch einer ersten Lockerung der Blockade der Enklave am Mittelmeer zugestimmt, teilte die radikal-islamische Palästinenserorganisation mit.

Blockade gelockert

Künftig dürften Fischer wieder bis zu sechs Seemeilen (gut elf Kilometer) aufs Meer hinaus fahren, sagte der Hamas-Funktionär Salah al-Bardaweel am Samstag in Gaza-Stadt. Dies habe Ägypten mitgeteilt. Bisher durften sich Fischer nicht weiter als drei Seemeilen von der Küste entfernen. Weder das Verteidigungsministerium noch die israelische Armee wollten sich dazu allerdings am Sonntag äußern.

Das von der Hamas kontrollierte Religionsministerium veröffentlichte am Samstag eine Entscheidung von Suleiman al-Daja, dem Leiter der Fatwa-Abteilung in der Behörde. "Die Wahrung der Waffenruhe, die von unseren ägyptischen Brüdern vermittelt wurde, ist die Pflicht eines jeden Einzelnen von uns", hieß es darin. Verstöße seien eine Sünde. Frühere Waffenruhe-Vereinbarungen zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas sind häufiger von militanten Splittergruppen gebrochen worden.

Beschwerde bei der UNO

Schon am Freitag waren Hamas-Polizisten nach einem tödlichen Zwischenfall an der Grenze zu Israel im Einsatz, um weitere Gewalt zu unterbinden. Zugleich legten die Palästinenser Beschwerde bei den Vereinten Nationen in New York gegen die Tötung eines Demonstranten ein. Israelische Soldaten hatten nach palästinensischen Angaben bei Unruhen am Grenzzaun einen 20-Jährigen erschossen und 24 Demonstranten verletzt. Nach Angaben der israelischen Armee hatten sie zuvor Warnschüsse abgegeben.

Nach acht Tagen blutiger Gewalt hatten beide Seiten am Mittwochabend einer Feuerpause zugestimmt. In der Vereinbarung waren Gespräche über eine Lockerung der Blockade in Aussicht gestellt worden. Die 1,7 Millionen Gaza-Bewohner hoffen jetzt auch auf Reiseerleichterungen und freien Warenverkehr mit dem Ausland.

Israel hatte die in den Oslo-Friedensverträgen ab 1993 mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) vereinbarte Fischereizone für den Gazastreifen von 20 Seemeilen über die Jahre immer weiter eingeschränkt - zuletzt auf nur noch drei Seemeilen. Fischer, die sich nicht daran hielten, wurden von der israelischen Marine festgenommen, ihre Boote beschlagnahmt.

Viele Fischer arbeitslos

Dies konnte nach Berichten aus dem Gazastreifen sogar innerhalb der Dreimeilenzone passieren. Die Fangmengen sanken dramatisch, die küstennahen Gewässer wurden leergefischt und viele Fischer in dem verarmten Gebiet arbeitslos.

Große Verluste für die Hamas

Die Hamas hatte bei den achttägigen erbitterten Kämpfen mit Israel große Verluste durch 1500 israelische Angriffe aus der Luft und von See aus erlitten. Nach jüngsten Angaben aus dem Gazastreifen starben insgesamt 170 Palästinenser, mehr als 1200 wurden verletzt.

Kommentare

brauser49

Wie kommen Raketen in den Gazastreifen wenn Israel die Grenzen und das Meer kontrolliert?

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