Gates verabschiedet sich von Microsoft:
Endgültiger Rückzug aus dem Tagesgeschäft

Will sich künftig auf wohltätige Arbeit konzentrieren Bleibt aber Präsident des Microsoft-Verwaltungsrats

Zeitenwende bei Microsoft: Firmen-Mitbegründer Bill Gates hat sich aus dem Tagesgeschäft des weltgrößten Software-Konzerns verabschiedet. Der 52-jährige will sich künftig auf seine wohltätige Arbeit in der Bill Melinda Gates Foundation konzentrieren. Die Stiftung ist mit mehr als 37 Mrd. Dollar die wohl am besten ausgestattete in der Welt.

Gates bleibt aber Präsident des Microsoft-Verwaltungsrats und einer der größten Aktionäre von Microsoft. Außerdem wird er Microsoft-Chef Steve Ballmer weiterhin beratend zu Seite stehen. Das Büro von Gates auf dem Microsoft-Campus in Redmond wird nicht geräumt. Große Abschiedsparty für Gates gabs keine, da er das Unternehmen ja nicht verlässt.

Softwarepionier
Der Softwarepionier, der in den vergangenen 30 Jahren unter anderem mit dem Computer-Betriebssystem Windows maßgeblich die Entwicklung der IT-Branche prägte, hatte sich bereits weitgehend aus dem Tagesgeschäft bei Microsoft zurückgezogen. So gab er schon im Jahr 2000 die Konzernführung an Steve Ballmer ab.

Nach dem "Transition Day", dem Tag des Übergangs, sollen Ray Ozzie als "Chef-Software-Architekt" sowie Craig Mundie als "Forschungs- und Strategie-Chef" die Rolle von Bill Gates übernehmen.

Die New Yorker Börse Nasdaq reagierte gelassen auf den Rückzug von Gates. Die Microsoft-Aktie lag stabil bei 27,70 Dollar. Allerdings hat das Papier seit Jahresanfang rund 22 Prozent nachgegeben.

(apa/red)