Gates verabschiedet sich von Microsoft:
Endgültiger Rückzug aus dem Tagesgeschäft

Will sich künftig auf wohltätige Arbeit konzentrieren Bleibt aber Präsident des Microsoft-Verwaltungsrats

Zeitenwende bei Microsoft: Firmen-Mitbegründer Bill Gates hat sich aus dem Tagesgeschäft des weltgrößten Software-Konzerns verabschiedet. Der 52-jährige will sich künftig auf seine wohltätige Arbeit in der Bill Melinda Gates Foundation konzentrieren. Die Stiftung ist mit mehr als 37 Mrd. Dollar die wohl am besten ausgestattete in der Welt.

Gates bleibt aber Präsident des Microsoft-Verwaltungsrats und einer der größten Aktionäre von Microsoft. Außerdem wird er Microsoft-Chef Steve Ballmer weiterhin beratend zu Seite stehen. Das Büro von Gates auf dem Microsoft-Campus in Redmond wird nicht geräumt.

Gerührter Gates
Mit Tränen in den Augen hat sich Gates von seinem Lebenswerk verabschiedet. "Es wird keinen Tag in meinem Leben geben, an dem ich nicht an Microsoft denken werde", sagte der Milliardär am Hauptsitz des Softwareriesen in Redmond bei Seattle. Die Mitarbeiter zollten Gates mit Standing Ovations Respekt.

Selbstkritik
Bei seinem Abschied räumte Gates auch ein, die Dynamik der Internet-Suche und der Online-Werbung unterschätzt zu haben. "In der Software-Branche muss man die Wendungen der Straße im Voraus ahnen", sagte er vor 800 Beschäftigten. "Wir haben die Themen Suche und Werbung (im Internet) verpasst."

Gates hatte Microsoft 1975 zusammen mit seinem Schulfreund Paul Allen gegründet. Damals träumte der Computerfreak davon, dass eines Tages auf jedem Schreibtisch, in jedem Haus ein PC stehen könnte. Heute gibt es auf der Welt mehr als eine Milliarde Computer.

Gates Vermögen wird auf rund 58 Milliarden Dollar geschätzt. Ein Teil davon fließt in die Bill Melinda Gates Stiftung, der sich der Manager nun voll und ganz widmen will. Im Mittelpunkt steht der Kampf gegen Malaria und andere Krankheiten in Entwicklungsländern. Auch das Thema Bildung hat sich die Stiftung auf die Fahnen geschrieben. (apa/red)