Gastank in Gaststätte explodiert: Mehrere
Todesopfer bei einer Detonation in Bayern

Flüssiggastank der Bäckerei beim Befüllen explodiert

Gastank in Gaststätte explodiert: Mehrere
Todesopfer bei einer Detonation in Bayern

Bei einer verheerenden Gasexplosion im nordbayerischen Lehrberg sind wahrscheinlich sechs Menschen ums Leben gekommen. 16 wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Die Detonation machte ein Wohnhaus mit einer Bäckerei sowie eine Scheune dem Erdboden gleich und beschädigte umliegende Gebäude schwer. Einsatzkräfte bargen bis zum Abend zwei Männer und eine Frau tot aus den Trümmern. Die Behörden gingen davon aus, dass drei weitere Personen - Mitglieder der Bäckersfamilie und Mitarbeiter - verschüttet wurden und wohl nicht lebend gerettet werden können.

Mehrere Menschen konnten sich buchstäblich in letzter Sekunde in Sicherheit bringen. "Wir sind knapp an einer noch größeren Katastrophe vorbeigeschrammt", sagte Bayerns Innenstaatssekretär Georg Schmid. Das Ortszentrum der 3.100-Einwohner-Gemeinde in Franken war von Trümmern übersät, hunderte Helfer suchten trotz Explosionsgefahr nach den Vermissten. Ursache ist laut Feuerwehr wahrscheinlich ein Defekt an einem Gastank.

Nach Angaben der Behörden waren die Hilfskräfte wegen eines Gasalarms zu dem Haus gerufen worden. Da es mit dem Flüssiggastank in der Vergangenheit Probleme gegeben habe, sei der Monteur einer Firma zur Reparatur erschienen. Dieser habe Gas gerochen und den Alarm ausgelöst. Der Mann und eintreffende Kräfte von Polizei und Hilfsdiensten hätten sich gerade noch in Sicherheit bringen können, bevor der Erdtank außerhalb des Gebäudes detonierte. Zu den Verletzten zählten der Monteur sowie zwei Rettungsassistenten, die gerade aus ihrem Auto ausgestiegen waren, als sich die Explosion ereignete.

Zahlreiche Häuser wurden durch herumfliegende Trümmer schwer beschädigt, unzählige Scheiben im Ort gingen zu Bruch, auch in einer nahe gelegenen Kirche. Da der Monteur mit einem Tanklaster mit 4.000 Litern Flüssiggas gekommen war, der nach dem Unglück unter den Trümmern lag, bestand anhaltende Explosionsgefahr. Die Feuerwehr besprühte die Unglücksstelle permanent mit Wasser, um das Risiko zu mindern.

Mit einem Kranwagen trugen Helfer schwere Teile des zerstörten Hauses ab, in dem sich die Bäckerei mit einem Bistro befand. Anfangs gruben sie mit bloßen Händen nach Verschütteten, bis Bagger und anderes schweres Gerät eingetroffen waren.

Die Polizei riegelte den gesamte Ort nördlich von Ansbach komplett ab, der Landrat rief für die Gemeinde den Katastrophenfall aus. Die Polizei rechnete mit einem Millionenschaden.

(apa/red)