Gaspipeline von

Nabucco-Projekt tot

Nur noch zwei Optionen: Verkürzte Version oder Ausbau bestehender Regionalpipelines

Gaspipeline - Nabucco-Projekt tot © Bild: Nabucco

Der britische Ölkonzern BP hat die Gaspipeline Nabucco in ihrer ursprünglichen Form ("Nabucco Klassik") für tot erklärt. BP ist Teil eines Konsortiums (Shah Deniz), das in Aserbaidschan Gas fördert und über den Pipeline-Transport nach Europa entscheidet. Auch die OMV war an den Planungen beteiligt, will sich aber vorerst nicht dazu äußern. Die Nabucco-Gesellschaft mit Sitz in Wien verweist darauf, dass man nicht offiziell vom Shah-Deniz-Konsortium über die Entscheidung informiert worden sei.

Der zuständige BP-Manager Iain Conn hat bei einer gestrigen BP-Energiekonferenz in Berlin laut Medienberichten erklärt, dass das Angebot der Nabucco-Gesellschaft für den Gastransport von den Quellen aus der kaspischen Region nach Europa abgelehnt worden seien. "Die Version der klassischen Nabucco-Pipeline ist vom Tisch." BP ist Teil eines Konsortiums, das in Aserbaidschan Gas fördert und über den Pipeline-Transport nach Europa entscheidet.

Entscheidung im Sommer
Das Nabucco Konsortium habe ein Tarifangebot für die gesamte Nabucco-Strecke in September 2011 an das Shah Deniz Konsortium übermittelt, teilte die Nabucco Gas Pipeline International Gmbh mit Sitz in Wien schriftlich mit. Im Mai 2012 wurde zusätzlich ein Tarifangebot für die deutlich kürzere "Nabucco West"-Variante gelegt. Verhandlungen und Treffen zwischen den Nabucco-Shareholdern und den Shah-Deniz-Partners seien im Gang, um die beste Lösung zu finden. Eine Entscheidung vom Shah-Deniz-Konsortium für eine der beiden Varianten wird im Sommer erwartet, so die Nabucco-Projektgesellschaft.

Auch der deutsche Nabucco-Partner RWE will Reuters zufolge das ursprüngliche Konzept für die Nabucco-Gaspipeline nicht zu den Akten legen. Er sei zuversichtlich, dass die kürzere Version Nabucco West den Zuschlag bekommen werde, sagte RWE-Vorstandsmitglied Leonhard Birnbaum am Freitag. In diesem Fall würde wohl auch noch einmal über das ursprüngliche Konzept mit dem längeren Pipelineverlauf diskutiert werden.

Die ursprüngliche Nabucco ("Nabucco Klassik") mit einer Länge von 3.900 Kilometern soll den Plänen ihrer Betreiber zufolge nach wie von der türkisch-georgischen Grenze bis zum niederösterreichischen Gas-Hub Baumgarten gebaut werden und Gas aus der kaspischen Region nach Europa bringen. Beteiligt an der Nabucco-Projektgesellschaft sind neben der OMV und RWE auch die ungarische MOL-Tochter FGSZ, die türkische Botas, die Bulgarian Energy Holding und die rumänische Transgaz. Die Kosten für die "Klassik-Variante" waren vom Konsortium bis zuletzt mit 8 Mrd. Euro veranschlagt worden, es wurde aber eingeräumt, dass sich das Projekt weiter verteuern könnte. Aus Branchenkreisen wurden Summen von bis zu 15 Mrd. Euro genannt.

OMV pocht auf Gas-Hub in Baumgarten
Die zuletzt ebenfalls ins Rennen um die Gasquellen entwickelte Variante "Nabucco West" soll dagegen nur 1.300 Kilometer lang werden und von der bulgarisch-türkischen nach Baumgarten führen. Über weitere Details hält sich die Nabucco-Gesellschaft bedeckt. Die Pipeline soll an das türkisch-aserbaidschanische Gaspipeline-Projekt TANAP andocken, das von der georgisch-türkischen Grenze quer durch die Türkei gebaut werden soll. Für die OMV sei es wichtig, dass Gas aus der kaspischen Region zum Gas-Hub Baumgarten komme, hieß es zuletzt immer wieder aus der OMV.

Die Türkei soll wegen des Nicht-Öffnens des Energiekapitels mit der EU dazu übergegangen sein, eine eigene Pipeline mit Aserbaidschan durch die Türkei bauen zu wollen.

Kommentare

Na Gottseidank, damit fällt auch die Möglichkeit der Erpressung durch die türk. Regierung betreffend einer Zusage Österreichs zum türkischen EU-Beitritt weg.
Windkraft wäre sicher eine total umweltfreundliche Energiegewinnung, aber leider sind überall alle dagegen...wem stören die Windanlagen auf den Äckern, oder fürchten die Bauern, daß sie so eventuell später in Bauland umgewidmeten Boden verlieren könnten ??!!!

Nabucco-Aus Umso wichtiger wird der Ausbau von Alternativenergien. Dazu gehört auch die Produktion von \'künstlichem\' Gas als Pufferspeicher für Energie aus Sonnen- und Windkraft die nicht sofort verbraucht werden kann (Prinzip des Speicherkraftwerks).

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