Garics musste in Italien hart kämpfen:
Österreichs Fußball hat keinen guten Ruf

Garics bei Neapel auf dem Weg zum Stammspieler Serie-A-Legionär will bald EURO-Formation sehen

Garics musste in Italien hart kämpfen:
Österreichs Fußball hat keinen guten Ruf

Rund ein Jahr hat es gedauert, bis der österreichische Fußball-Teamspieler György Garics so richtig in Neapel angekommen ist. Nach seinem Wechsel zum damaligen Zweitligisten Napoli saß der Ex-Rapidler zunächst lange Zeit auf der Ersatzbank oder Tribüne, mittlerweile aber dürfte der Defensivspieler ganz nahe am Sprung zum Stammspieler sein.

Beleg dafür sind die jüngsten drei Serie-A-Partien, in denen Garics zwei Mal durchspielte und zuletzt gegen Inter Mailand in der 56. Minute eingewechselt wurde. Der gebürtige Ungar hat sich seinen Platz rechts im Mittelfeld im 3-5-2-System der Neapolitaner erkämpft, der Weg dorthin war aber ein schwieriger.

"Einen sehr guten Ruf genießt der österreichische Fußball in Italien nicht, das habe ich gemerkt, als ich hingekommen bin. Da fängt man nicht bei Null, sondern bei minus Drei an. Bei einem Brasilianer ist das anders. Aber wenn man seine Leistung bringt, dreht sich das alles", erklärte der 23-Jährige.

Der italienische Fußball ist für Garics "vielleicht nicht der schönste, aber einer der schwierigsten der Welt, weil er taktisch sehr anspruchsvoll ist". Den Wechsel nach Italien bereut der sechsfache Internationale (ein Tor) in keinster Weise. "Dort spielt man praktisch jede Woche gegen Weltmeister. Das ist eine große Herausforderung, aber die muss man annehmen, wenn man sich weiterentwickeln will."

In Italien zählt nur das Ergebnis
In Italien sei nur das Ergebnis, nicht die Spielweise entscheidend. "Wir haben in der letzten Saison glaube ich 17 Mal mit 1:0 gewonnen. Da haben 60.000 Zuschauer auch am Anfang gepfiffen, und am Schluss waren wir die Helden, weil wir aufgestiegen sind."

Diese Tatsache unterscheidet laut Garics die Situation seines Clubs von jener der Nationalmannschaft. "Derzeit haben wir nicht den Druck, gewinnen zu müssen. Wir haben den Druck, gut Fußball spielen zu müssen, und wenn das gelingt, kommen die Tore sowieso von selbst, denn so oft kann man gar nicht daneben schießen."

Gegen die Schweiz hofft Garics auf eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den jüngsten Auftritten. "Wir müssen uns in allen Belangen verbessern." Einen Beitrag dazu könnte das Testspiel am Mittwoch in Schruns gegen die U19-Auswahl der Akademie Vorarlberg geleistet haben, vermutete Garics. "Jedes Spiel ist das beste Training, egal, gegen wen man spielt. Situationen in einem Match kann man in keinem Training üben."

EM-Mannschaft sollte sich herauskristallisieren
Garics ist sich bewusst, dass sich die Mannschaft für die EURO 2008 schön langsam herauskristallisieren sollte, auch wenn es diesbezüglich "keine Panik" gebe. "Aber es ist nicht mehr viel Zeit. Die Spiele im nächsten Jahr sollten schon diese Spieler bestreiten, die auch bei der EM spielen", meinte der ehemalige ÖFB-U21-Kapitän, der natürlich selbst Bestandteil dieser Formation sein will.

"Das wäre auch für Napoli eine schöne Sache, denn dann wäre ich wahrscheinlich der Einzige vom Club, der bei der Europameisterschaft dabei ist." Napoli verfügt derzeit nicht über italienische Internationale, zu Länderspiel-Einsätzen kommen nur noch ein Slowake, ein Uruguayer und ein Paraguayer.

(apa/red)