Ganztagsschule und mehr Geld für Unis:
So will Androsch die Bildung umkrempeln

Startschuss für Bildungsvolksbegehren wurde erteilt Endgültiger Text soll bis 3. Februar festgelegt werden

Ganztagsschule und mehr Geld für Unis:
So will Androsch die Bildung umkrempeln © Bild: APA/NEUBAUER

Unmittelbar danach soll mit der Sammlung der nötigen 8.032 Unterstützungserklärungen begonnen werden. Die Unterschriftswoche könnte dann bereits im Mai stattfinden. "Fixer Punkt" wird nach Einschätzung von Androschs Mitstreiter Beppo Mauhart die Ganztagsschule sein, bei der sich Unterricht, Freizeit und Betreuung abwechseln. "Ganz sicher nicht" enthalten sein werde dagegen die Forderung, dass es nur eine Gesamtschule geben dürfe - so weit sei man in Österreich noch nicht, schätzte Mauhart die Stimmung ein. Wohl auch deswegen, um etwaige Unterstützer des Volksbegehrens aus ÖVP-Kreisen nicht vor den Kopf zu stoßen. Schließlich hat die Volkspartei zuletzt selbst ein eigenes Bildungskonzept präsentiert und der gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen im Zuge dessen abermals eine klare Absage erteilt.

Für den endgültigen Text des Volksbegehrens sollen möglichst viele der beim Vernetzungstreffen angesprochenen Punkte aufgegriffen werden, betonte Mauhart. Allerdings dürfe daraus "kein beliebiger Text" werden: "Es darf nicht so sein, dass es niemandem wehtut."

Gesamtes Spektrum abgedeckt
Der ehemalige ÖVP-Politiker Bernd Schilcher hat die rund 50 bei Androsch eingelangten Bildungskonzepte jedenfalls schon vorab durchgesehen und zeigt sich gegenüber "Ö1" überrascht: "Das Erstaunliche ist: Es ist das gesamte politische Spektrum abgedeckt, hat aber letzlich sehr, sehr viele Übereinstimmungen."

Zum Beispiel würde bei den Forderungen, dass schon im Kindergarten mit der Bildung (Stichwort Sprache) begonnen werden sollte, dass die Ganztagsschulen ausgebaut werden sollten oder dass die Unis mehr Geld brauchen, weitgehende Übereinstimmung herrschen. Diese Forderungen könnten letztlich auch im Volksbegehren enthalten sein - ebenso wie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Lehrer.

Inhalte noch nicht fix
Von den Moderatoren der Veranstaltung im Museumsquartier wurde allerdings klargemacht, dass es beim Auftakt nicht um die Festlegung von Inhalten gehe, sondern um das "Zusammentragen der wichtigsten Positionen und Anliegen".

Androsch selbst legte die Latte gleich hoch: Was Maria Theresia mit der Einführung der Volksschule, Wilhelm Humboldt mit seiner Universitätsreform in Preußen oder Otto Glöckel mit seiner Schulreform in der Zwischenkriegszeit erreicht habe, brauche man in ähnlicher Form auch für die Bewältigung des 21. Jahrhunderts.
(apa/red)

Kommentare

Kontrollorgan melden

Ein Industrieller der an der Bildung der Jugend interessiert ist, ich erwarte das mit Spannung.
Normalerweise fordert ja die Wirtschaft nur, das Idealprofil wäre: 18-20 Jahre alt, abgeleisteter Wehrdienst, fertiges Studium und mind. 5-jährige Berufspraxis, wenn man dann noch ein homosexueller Mann ist, wo keine Kindererziehungszeiten zu erwarten sind, hat man wirklich gute Karten.

KuehlerBlonder melden

Re: Ein Industrieller und einen Gehaltswunsch wie ein 3 jähriger wurde vergessen.

Kehrt Hannes Androsch wieder? Auch wenn ich leider zu meinem grössten Bedauern der Kirche-In entnommen habe, dass Hannes Androsch leider für kein politisches Amt mehr zur Verfügung stehen möchte, was ich hoffe, dass er es sich nocheinmal überlegt, so muss ich sagen, er war als Finanzminister eigentlich noch der Erfolgreichste.

Ich wünsche ihm daher für sein Bildungsvolksbegehren alles Gute.

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

peppinator melden

und immer wieder androsch er war lange genug in der regierung - und hat er was geändert, außer in die eingene tasche zu arbeiten? nein. ändert er jetzt was? nein - es bleibt alles beim alten - er schaut wieder aus seine eigene tasche. und da den androsch derzeit niemand mehr in den mittelpunkt stellt (sperrt gerade keine firma zu, entlässt kaum mitarbeiter,...) muss er sich eben selber in den mittelpunkt stellen. bravo - und die presse spielt auch noch brav mit

Dantine melden

Re: und immer wieder androsch Ignorant!
Ich habe mich auch sehr gewundert, dass Herr Androsch, der seit Jahren sagt, sich nicht mehr in die Politik einmischen zu wollen, es nun doch tut!

Andererseits..... ich finde das gar nicht so schlecht, wenn einer von aussen versucht, einen neuen Weg zu finden - siehe die "Schlichter" in Deutschland. Ob sich in Österreich allerdings über ein Volksbegehren etwas ändern wird? Ich denke, solange so ein Sturbock, wie der Bundeskanzler das Sagen hat, oder ein Karl das Zepter schwingt, wird das schwer! Auch hat Herr Androsch schon viel bewegt, auch in seiner Zeit in der Politik und es wird sicher nichts sein, was er sich finanziell in die Tasche schieben können wird!
ff

Dantine melden

Re: und immer wieder androsch ff
Herr Peppinator - der Name birgt schon lächerliches - Herr Androsch hat nichts in die eigene Tasche gewirtschaftet, sondern seine Kanzlei unerlaubt weiterbetrieben - wie viele andere auch, nur hat Kreisky damals so ein Theater gemacht daraus. Wenn Sie das nicht wissen, warum halten Sie nicht einfach den Mund? Wenn Sie es wissen, warum dann nicht?

netwurscht melden

Re: und immer wieder androsch lieber peppinator...
sie sind wohl offensichtlich noch sehr jung oder in Sachen österreichische Geschichte nicht gut informiert.
Wenn sie kommentieren, sollten sie sich vorher informieren und dann schreiben.

clsc melden

Re: und immer wieder androsch hat es nicht ein mehrjähriges finanzstrafverfahren und einen wahlonkel des "leiderneinmillionärs" gegeben? nur für das weiterführen einer kanzlei wäre eine verurteilung nicht möglich gewesen. nur soviel zur geschichte ;-)
und wenn jetzt die wirtschaft die schulpolitik macht dann gute nacht. sie können ja nicht einmal ihre finanzen regeln und dabei sollten sie experten sein. die jugendarbeitslosigkeit sollte ein maßstab für ein schul- und ausbildungssystem sein und nicht willkürliche tests, die man trainieren oder ignorieren kann.

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