Ganz Fußball-England geschockt: Stürmer- star Rooney nach Fußbruch für WM fraglich

Auch Owen wackelt: "Mein Fuß fühlt sich nicht gut an" PLUS: Alle Ergebnisse und die aktuelle Tabelle!

Das wahrscheinliche WM-Aus von Stürmerstar Wayne Rooney hat Englands Fußballfans in einen Schockzustand versetzt. "Das Ende der Welt" titelte am Sonntag der "Sunday Mirror". Mindestens sechs Wochen wird der Angreifer von Manchester United ausfallen. Er hatte sich am Samstag bei der 0:3-Niederlage beim alten und neuen englischen Meister Chelsea einen Bruch im rechten Mittelfuß zugezogen. Auch Newcastles Michael Owen erlitt bei seinem Comeback einen herben Rückschlag. Damit droht Mitfavorit England bei der WM der Ausfall seines ersten Sturmduos.

"Betet!", forderte die auflagenstärkste Sonntagszeitung "News of the World" ihre Leser auf. Auch Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson, der am Montag seinen vorläufigen WM-Kader bekannt geben wird, klammerte sich an das Prinzip Hoffnung: "Ich habe gesehen, was Rooney und Owen passiert ist. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass die Verletzungen doch nicht so schlimm sind. Wir brauchen unsere wichtigen Spieler fit bei der WM."

Zusammenstoß mit Ferreira
Als Rooney nach einem Tackling des Portugiesen Paulo Ferreira kurz vor Schluss mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging, wurde es schlagartig mucksmäuschenstill im Stadion an der Stamford Bridge. Selbst Chelseas Fans vergaßen in dem Moment die gerade eingefahrene Meisterschaft und hielten sich vor Schreck die Hände vors Gesicht. "Ich dachte: 'Nein, bitte nicht Wayne!'", sagte Chelseas sichtlich betroffener Nationalspieler Joe Cole.

Nach der Untersuchung am späten Abend in einem Krankenhaus in Manchester wurden die Befürchtungen bestätigt: Bruch des vierten Metatarsal-Knochens im Mittelfuß - das fast sichere WM-Aus für Englands größten Hoffnungsträger. Die "Three Lions" bestreiten am 10. Juni in Frankfurt gegen Paraguay ihr erstes WM-Spiel.

Hoffen auf "Wunder" wie bei Beckham
Rooneys Verletzung weckt Erinnerungen an David Beckham, der sich vor der WM 2002 in Japan und Südkorea ebenfalls den Mittelfuß gebrochen hatte. Damals nahm die gesamte Nation Anteil an seiner "Wunderheilung" nach Behandlung im Sauerstoffzelt und öffentlicher Genesungswünsche von Königin Elizabeth II. und Premierminister Tony Blair. Beckham konnte nach knapp zwei Monaten wieder spielen - bis heute schaffte kein Fußballer ein schnelleres Comeback nach solch einer Verletzung.

Experte: Rooney versäumt zwei WM-Partien
Ein auf Sportverletzungen spezialisierter Mediziner hat prognostiziert, dass Rooney zumindest die ersten beiden WM-Partien gegen Paraguay (10. Juni) und Trinidad & Tobago (15. Juni) versäumen wird. "Er wird rund sieben Wochen pausieren müssen", erklärte Roger Robertson.

Der aktuelle Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson hat bereits angekündigt, dass er den Jungstar in den WM-Kader beruft, selbst wenn die Gefahr besteht, dass Rooney bis zur Endrunde nicht fit wird. "Wenn ein Innenverteidiger ausfällt, können wir einen anderen nehmen, aber können wir einen anderen Rooney finden?", fragte sich der Schwede.

Unterdessen hat Englands Trainer-Legende Bobby Robson in den allgemeinen Trauerchor eingestimmt. "Wir können Rooney nicht ersetzen. Im ganzen Land und vielleicht in ganz Europa gibt es keinen Spieler wie ihn. Durch seine Verletzung sind wir von ernsthaften Titelanwärtern zu Außenseitern geworden", klagte der frühere englische Teamchef.

Auch Owen noch verletzt
Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, erreichte die englischen Fans am Samstagabend aus Newcastle die zweite Hiobsbotschaft. Das Comeback von Michael Owen misslang. "Mein Fuß fühlt sich nicht gut an", klagte der 25-jährige Stürmer nach seinem ersten Kurzeinsatz in diesem Jahr. Wenig später aber dann leichte Entwarnung: Bei Owen gab es zumindest keine Verschlechterung seines Zustandes, wie sein Klub Newcastle United am Sonntag verlautete. Owen hat am Sonntag gleich einen Spezialisten aufgesucht und dort eine Röntgenuntersuchung und diverse Tests absolviert. Die Schmerzen, die der Stürmer bei seinem 30-Minuten-Comeback gegen Birmingham City verspürt hatte, seien ganz normal.
(apa/red)