Gamescom 2011 von

Spielreigen in Köln

Größte Videospiele-Messe in Europa öffnet bis 21. August ihre Pforten.

Gamescom 2011 - Spielreigen in Köln © Bild: APA/DPA/Berg

Die Video- und Computerspiele-Messe "Gamescom" öffnet in der kommenden Woche in Köln ihre Tore - und ist dieses Mal größer denn je. Rund 550 Aussteller werden nach Angaben der Messegesellschaft erwartet - zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Auch bei den Besucherzahlen hoffen die Veranstalter auf einen neuen Rekord. "Wir wollen mehr als 254.000 Besucher haben", sagt Koelnmesse-Projektleiter Tim Endres. Denn so viele kamen im vergangen Jahr. Sie beginnt am 17. August mit einem Medientag, vom 18. bis 21. August ist sie für alle geöffnet.

Ob Sport-, Denk- oder Ballerspiele: Selbst Ausprobieren ist die Devise. Zahlreiche Hersteller haben Premieren angekündigt. Tausende Spielestationen stehen bereit, an den Ständen der Aussteller und in der "Entertainment Area". Dennoch werden sich vor einigen mit besonderer Spannung erwarteten Neuheiten wahrscheinlich wieder lange Schlangen bilden. In den vergangenen Jahren mussten die Gamer teilweise stundenlang ausharren, bis sie zum Ziel vorgerückt waren.

Mobiles im Trend
Spiele für Smartphones und Tablet-Computer sowie der Generationenwechsel bei mobilen Konsolen seien Schwerpunktthemen der Gamescom, erläutert der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). "Mit der zunehmenden Verbreitung intelligenter Mobiltelefone sind Spiele-Apps zu einer Art Volkssport geworden", sagt BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters. Sie böten für viele Menschen den Einstieg in die Welt der Computerspiele, genau wie die seit einigen Jahren angesagten Sing- und Bewegungsspiele.

Vor allem letzteren ist es nach Überzeugung des BIU zu verdanken, dass auch immer mehr Frauen sich mit Computerspielen beschäftigen. Etwa 23 Millionen Deutsche verbringen regelmäßig Zeit mit Computer-oder Videospielen, 44 Prozent davon sind Frauen, wie eine repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des BIU ergab. Auch Spiele, die direkt im Browser oder in sozialen Netzwerken laufen, seien bei Frauen beliebt: "Bei dieser Form des vernetzten Spielens stellen sie mit 51 Prozent sogar die Mehrheit der Nutzer", sagt Wolters.

Geschäfte mit der Vernetzung
Das Internet krempelt die Spielebranche um: Der Umsatz mit Online-Titeln wird dieses Jahr kräftig zulegen und dürfte 300 Millionen Euro erreichen. Das geht aus einer Prognose der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) vor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Gesamtmarkt wächst demnach um rund 3,7 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. Wichtigste Umsatzquelle bleiben weiter Konsolen- und PC-Spiele. Digitale Unterhaltung ist mittlerweile ein Massenphänomen: Ein Drittel der Deutschen spielt, wie der IT-Branchenverband Bitkom vor kurzem berichtete.

Das Brot- und Butter-Geschäft der Branche liefern nach wie vor stationäre Geräte. Der Umsatz mit Konsolenspielen werde 2011 auf 1,14 Milliarden Euro zulegen (plus 2,7 Prozent), schreibt PwC. PC-Titel steuern 438 Millionen Euro bei. Die Unternehmensberatung legt bei ihrer Prognose die Zahlen verschiedener Branchenverbände zugrunde.