GAK behält die "Rote Laterne": Rapid kann sich durch 1:1 in Graz aber nicht absetzen!

Austria - Sturm: Auch zweites Städteduell endet 1:1 Tirol bezwingt Pasching, 0:0 bei Altach gegen Ried

Die Städteduelle der 16. Fußball-Bundesliga zwischen Wien und Graz haben jeweils unentschieden geendet: Der FK Austria Magna kassierte nach langer 1:0-Führung in der 87. Minute doch noch den Ausgleich zum 1:1-Endstand, obwohl die Mannschaft von Georg Zellhofer das Spiel dominierte. Auch Rapid Wien konnte das 1:0 trotz Überzahl ab der 73. Minute nicht halten, dem GAK gelang zwei Minuten vor Schluss noch der Treffer zum 1:1-Remis.

Im Tabellen-Keller bleibt demnach alles beim Alten: die rote Laterne konnte das Team von Lars Söndergaard nicht an Rapid abtreten. Die Hütteldorfer bleiben Neunte, hinter der Austria. Sturm Graz behält den siebenten Tabellen-Rang. Torlos ging die Partie SCR Altach gegen SV Josko Ried in Vorarlberg über die Bühne. Der einzige Sieg des Tages gelang dem FC Wacker Tirol, der in Pasching einen 2:0-Erfolg erzielte. Die Tiroler schoben sich damit wieder auf Platz drei in der Tabelle vor.

Kellerduell endete 1:1
Im "Kellerduell" hat Rapid Wien mit einem 1:1 (0:0) beim GAK den ersten Auswärtssieg seit über einem Jahr um wenige Minuten verpasst. Vor 5.212 Zuschauern in der UPC-Arena lagen die Wiener dank eines Treffers von Erwin Hoffer (55.) lange Zeit 1:0 voran, ehe Amerhauser für die nach einer Roten Karte dezimierten Grazer noch den Ausgleich schaffte (88.).

Nach dem Duell der schwächsten Heim- mit der schwächsten Auswärtsmannschaft liegt der GAK in der Tabelle mit 15 Punkten weiterhin auf dem letzten Rang, einen Platz hinter Rapid (16 Zähler).

Rapid-Trainer Peter Pacult ließ in der UPC-Arena seine großen Stürmer Bilic und Kincl zunächst auf der Bank, der junge Hoffer sollte durch seine Schnelligkeit die GAK-Verteidigung beschäftigen. Der U21-Teamspieler fand auch zweimal die Möglichkeit auf die Führung vor (12., 27.), in beiden Fällen versagten ihm aber im Abschluss die Nerven.

Beide Teams rannten sich zu oft im Mittelfeld fest, zusammenhängende Aktionen waren kaum zu erkennen. Bei den Grazern gelang es nicht, die Sturmspitzen Djokic und Kollmann mit Vorlagen zu versorgen. Fast wären die "Rotjacken" noch mit der Führung in die Pause gegangen, ein Standfest-Schuss zog jedoch am linken Torpfosten vorbei (42.).

Während der GAK harmlos blieb, fanden die Wiener durch das Offensiv-Trio Hoffer, Kavlak und Korkmaz ins Spiel. Kavlak scheiterte nach einem Hoffer-Lochpass noch an Schranz (52.), drei Minuten später war es aber soweit: Nachdem die GAK-Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte, drückte Hoffer eine Korkmaz-Vorlage mit dem Oberschenkel über die Linie (55.).

Das Tabellenschlusslicht machte zunächst nur durch Härteeinlagen auf sich aufmerksam, Majstorovic musste nach einem offensichtlichen Tritt gegen Hoffer mit der Roten Karte vom Feld (73.). Rapid, das mit einem Mann mehr völlig auf Defensive umstellte, wurde zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit noch bestraft. Amerhauser zog nach einer Kulovits-Kopfballabwehr auf der Linie vom Strafraum ab (88.), Payer war chancenlos.

Austria verschenkte Heimsieg
Die Wiener Austria bleibt unter Neo-Coach Georg Zellhofer zwar ungeschlagen, doch mit dem 1:1 zu Hause gegen Sturm Graz verschenkten die Violetten neuerlich zwei Punkte. Kiesenebner hatte den Meister mit einem wuchtigen Weitschuss (17.) verdient in Führung geschossen, praktisch wie aus dem Nichts glichen die Grazer mit einem schönen 25-Meter-Freistoß von Filipovic im Finish noch aus (87.). Der Austria wurde vor 5.300 Fans einmal mehr die mangelhafte Chancenauswertung zum Verhängnis.

Nach einer ereignislosen Anfangsphase beendete Scharfschütze Kiesenebner die allgemeine Harmlosigkeit in Wien-Favoriten. Kiesenebner nahm sich vor den Augen von Teamchef Hickersberger und Austria-Ikone Prohaska ein Herz, zog nach Vorlage von Aigner aus rund 25 Metern wuchtig ab und traf genau ins linke Eck.

Für Kiesenebner war es der erste Ligatreffer seit mehr als einem Jahr, zuletzt hatte er am 2. Oktober 2005 beim 3:0 gegen Mattersburg getroffen. Es folgten weitere 15 Minuten ohne echte Höhepunkte, ehe dann vor allem der neuerlich starke Lasnik violette Farbtupfer setzte.

Der Blondschopf sorgte wie schon gegen Ajax und Rapid auf der linken Seite für ordentlich Betrieb, forderte immer wieder den Ball und war der mit Abstand auffälligste Akteur auf dem Feld. In der 35. Minute verpasste Lasnik per Freistoß das kurze Eck, sieben Minuten später verhinderte Szamotulski bei einem weiteren Freistoß bzw. einem Weitschuss einen Lasnik-Treffer. Die Austria drückte also vehement aufs 2:0, doch nach einer Lasnik-Flanke und einem Schiemer-Kopfball rettete Leitgeb auf der Linie (43.).

Ohne groß zu glänzen, hatten die Hausherren das Geschehen auch nach der Pause sicher im Griff. Sturm war weiter offensiv völlig harmlos, lediglich der eingewechselte Rabihou zeigte die eine oder andere gelungene Einzelaktion.

Aigner vergab allein stehend vor Szamotulski die Entscheidung (53.), doch die mangelhafte Chancenauswertung blieb zunächst unbestraft. Denn bei der ersten Sturm-Chance war der bis dahin unbeschäftigte Safar hellwach, der Austria-Goalie fischte einen Rabihou-Drehschuss glänzend aus dem Kreuzeck (80.). Beim aus 25 Metern ins rechte Kreuzeck gezirkelten Freistoß von Filipovic hatte Safar dann aber das Nachsehen. Die Austria bleibt damit hinter Sturm auf Tabellenplatz acht kleben.

Wacker-Sieg im Spitzenspiel
Der FC Wacker Tirol hat das Spitzenspiel der 16. Runde beim Tabellenzweiten FC Superfund Pasching mit 2:0 (1:0) für sich entschieden. Die Tore erzielten der ehemalige Pasching-Verteidiger Torsten Knabel (45.+3) und Andreas Hölzl (61.) Die Tiroler behielten mit ihrem ersten vollen Erfolg nach vier sieglosen Partien Platz drei, liegen aber nur noch einen Punkt hinter Pasching. Die Oberösterreicher kassierten unter Interimscoach Dietmar Constantini nach dem 0:3 bei Leader Red Bull Salzburg hingegen die zweite Niederlage in Folge.

Dabei waren die Paschinger in der ersten Hälfte noch die bessere Mannschaft, scheiterten aber immer wieder am ausgezeichneten Wacker-Keeper Zeljko Pavlovic. Der Kroate parierte bereits nach neun Minuten einen Gilewicz-Kopfball, fischte danach auch noch einen Chiquinho-Freistoß aus dem Netz (43.) und ermöglichte seinem Team damit die Führung. Innenverteidiger Knabel verwertete einen Kolousek-Corner in der dritten Minute der Nachspielzeit per Kopf. Schreter hätte sogar noch vor der Pause nachlegen müssen, scheiterte aber nach Hattenberger-Flanke völlig freistehend an Pasching-Keeper Schicklgruber (45.+11).

Die lange Nachspielzeit in Halbzeit eins hatte eine neunminütige Spielunterbrechung bedingt, weil sich Schiedsrichter-Assistent Andreas Lambert eine schwere Knöchelverletzung zugezogen hatte. Da sich kein vierter Schiedsrichter - der ist auch in der Bundesliga nicht vorgeschrieben - im Waldstadion befand, musste kurzfristig unter den 3.000 Zuschauern Ersatz gesucht werden. Er fand sich im Postbeamten Peter Oberlaber.

Oberlaber verfügt als Schiedsrichter über eine Regionalliga-Lizenz, hat bis dato aber lediglich in den oberösterreichischen Landesligen gepfiffen. Dort hatte der ehemalige Stürmer vor mehr als zehn Jahren selbst drei Saisonen für Pasching gespielt. Erst als Erfolgstrainer Georg Zellhofer den Klub 1996 übernahm und binnen sechs Jahren ins Oberhaus führte, kam der spätere Referee nicht mehr zum Einsatz. Strittige Entscheidungen hatte Oberlaber allerdings kaum zu treffen.

Nach Seitenwechsel bekamen die Tiroler die Partie nämlich immer besser unter Kontrolle und wurden für ihr selbstbewusstes Auftreten mit dem 2:0 belohnt. Der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Hölzl nutzte einen Fehler von Pasching-Verteidiger Carlos Chaile, traf per Volley-Heber über Schicklgruber. Chaile hatte eine Kolousek-Flanke per Kopf auf Hölzl verlängert. Zuvor war auch der ehemalige Tirol-Stürmer Radoslaw Gilewicz mit einem Schuss an Matchwinner Pavlovic gescheitert (50.). Ein Chiquinho-Freistoß strich knapp am langen Eck vorbei (87.).

Nach zehn Bundesliga-Begegnungen hat Pasching damit weiterhin erst einmal gegen die Tiroler gewonnen. Während die Oberösterreicher ihre zweite Heimniederlage der Saison kassierten, beendete der FC Wacker seine Negativserie. In den vergangenen vier Runden hatten die Innsbrucker lediglich einen Punkt eingefahren.

Unspektakuläres 0:0 bei Altach gegen Ried
Aufsteiger SCR Altach und der SV Ried haben sich in einem zerfahrenen Spiel mit 0:0 getrennt. Nach vier Heimsiegen in Folge mussten sich die Vorarlberger mit einem Unentschieden zufrieden geben. Die Gäste aus Ried sind nun schon seit zehn Meisterschaftsspielen ungeschlagen und liegen weiterhin unmittelbar vor Altach auf dem fünften Tabellenplatz.

Das Spiel begann flott, in den ersten zehn Minuten ließen beide Mannschaften den Ball gut laufen. Chancen blieben aber Mangelware. Im weiteren Verlauf der ersten Spielhälfte war das Match von Mittelfeldgeplänkel und wenig Tempo geprägt. Die Rieder nützten ihre leichte spielerische Überlegenheit nicht aus. Bei den Altachern machte sich das Fehlen der beiden Stammspieler Alexandre Dorta und und Froylan Ledezma bemerkbar. Beide müssen wegen Roter Karten aus dem Auswärtsspiel gegen Sturm Graz auch gegen Mattersburg pausieren.

Bis zur 39. Minute tat sich wenig, dann hatten die Rieder im Zuge eines Konters die beste Torchance: Kapitän Herwig Drechsel spielte ideal für Ronald Brunmayr auf, der vergab allerdings allein stehend aus kurzer Distanz. Die Heimmannschaft hatte in der 42. Minute Pech, Stürmer Müslüm Atav schoss von der Strafraumgrenze an die Stange, auch den Abpraller verwertete der Ledezma-Ersatz nicht.

Nach der Pause begannen die Altacher besser und hatten nach Flanke von Mario Bolter durch Top-Stürmer Leonardo in der 51. Minute ein gute Gelegenheit. Der Schuss des Brasilianers ging aber deutlich neben das Tor. Ried-Spieler Kai Schoppitsch sah zwei Minuten später nach Foulspiel die fünfte Gelbe Karte und ist somit im nächsten Spiel gegen die Austria gesperrt. Cemernjak aus einem Weitschuss vergab eine weitere Möglichkeit für die Altacher.

In der Schlussphase gab aus Distanzschüssen durch Hackmair für die Rieder und Chinchilla-Vega auf Seiten der Vorarlberger noch gute Möglichkeiten. Ein Torerfolg blieb beiden Mannschaften in einem Spiel, das auf schwachem Niveau stand, aber verwehrt. (apa/red)