GAK-Masseverwalter sucht Ausweg aus Krise: Liga-Aufstockung auf zwölf Vereine?

Scherbaum: Nun auch Sturms Abzug zurücknehmen Strafe für GAK hätte in Geldbetrag ausfallen müssen

Der GAK-Masseverwalter Norbert Scherbaum ist nach der Einstweiligen Verfügung an einer gemeinsamen Lösung mit der Bundesliga interessiert. Sein Vorschlag: "Wir sollten uns zusammensetzen und eine Lösung finden, die nicht über die Gerichte geht." Wie diese aussehen könnte, darüber hat sich der Anwalt bereits Gedanken gemacht. Die Bundesliga könnte in der laufenden Saison den Abstieg aussetzen und das Oberhaus für die Saison 2007/08 auf zwölf Teams aufstocken. "Wenn das nicht der Fall ist, dann kommt auf die Bundesliga eine Flut von Prozessen zu, mit Ende nie. "Daher suchen wir den Konsens mit den 21 Klub-Präsidenten und Bundesliga-Präsident Martin Pucher."

Die Bundesliga habe sich nicht an die Konkursordnung gehalten und diese gelte auch im Fall von Daniel Kimoni. Die Bundesliga hatte den Grazern auf FIFA-Geheiß wegen offener finanzieller Forderungen des Ex-GAK-Spielers Kimoni sechs Punkte abgezogen. Die Bundesliga müsse dem Weltverband mitteilen, dass dies auf Grund des österreichischen Rechts nicht exekutierbar sei, stellte Scherbaum fest.

Nach der Gerichtsentscheidung zu Gunsten des GAK meinte Scherbaum, dass die Bundesliga nun auch so weit sein müsse, den Punkteabzug gegen Sturm Graz zurückzunehmen.

Geldabzug statt Punkteabzug
In einer Aussendung nach der erfolgten Rückgabe der zuvor abgezogenen 28 Punkte für den GAK hat Masseverwalter Scherbaum erklärt, dass die Bundesliga von vorneherein den Verein nicht mit einem Abzug von insgesamt 28 Punkten hätte belegen dürfen. Vielmehr hätte der Abzug in einen Geldbetrag umgewandelt und im Konkursverfahren angemeldet werden müssen.

Dieser Argumentation habe sich schließlich auch die zuständige Richterin am Grazer Gericht für Zivilrechtssachen angeschlossen, so Scherbaum, der betonte, man sei an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert.

Er hoffe, dass "die Bundesliga mich und die anderen Mitglieder des Gläubigerausschusses nun als Verhandlungspartner anerkennt". Scherbaum erklärte, die Bundesliga hätte keinen Punkteabzug vornehmen dürfen, da der entsprechende Sachverhalt vor dem Konkurs "verwirklicht" wurde. Die Art und Weise der Verhängung der "Disziplinarstrafe" sei rechtswidrig.

Liga wird gegen Verfügung protestieren
Der Bundesliga ist laut dem Entscheid der Richterin bis zur Rechtskräftigkeit des Hauptverfahrens untersagt, Beschlüsse zu fassen, die sich in welcher Form auch immer nachteilig auf das im Insolvenzverfahren befindliche Vermögen des GAK und den Verein selbst auswirken. Bei Exekution-Drohung müsse die Bundesliga die Fassung von Beschlüssen unterlassen, die weitere Punkteabzüge oder den gänzlichen oder teilweisen Ausschluss vom Spielbetrieb beinhalten.

Die Liga kann und wird gegen diese einstweilige Verfügung binnen 14 Tagen Rechtsmittel erheben, wobei diese nur ausnahmsweise aufschiebende Wirkung haben. In diesem Punkt wurde Scherbaum besonders deutlich: "Das bedeutet, dass der Masseverwalter, sofern die Bundesliga dem gerichtlichen Auftrag nicht nachkommt, gegen diese die Einleitung gerichtlicher Zwangsvollstreckungsmaßnahmen beantragen kann".

Das Gericht sei zur Ansicht gekommen, sagte der Masseverwalter, dass die Bundesliga ihre Begründungspflicht verletzt, sich mit sämtlichen Beschlüssen über das Konkursrecht hinweggesetzt und die Beschlüsse ohne Einbeziehung des Masseverwalters vollzogen habe. Dadurch benachteilige sie andere Gläubiger, da durch die "gewählte Vorgangsweise nur mehr die Zerschlagung" des GAK möglich sei und das wiederum zu einer wesentlich geringeren Quote als bei Umsetzung des angestrebten 20-prozentigen Zwangsausgleiches führe.

(apa/red)