GAK-Chaos kostet Liga laut Ried-Jurist Vogl Unsummen: Schaden von rund 15 Mio. Euro!

Klubs wollen Geld vom Pleite-Klub "zurückfordern" Ausschluss der ÖFB-Klubs aus Europacup möglich<br>Fall Kimoni: ÖFB gibt "keinen Millimeter Spielraum"

Ried-Ehrenpräsident und -Rechtsanwalt Peter Vogl hat am Wochenende angekündigt, den durch die GAK-Insolvenz entstandenen finanziellen Schaden im Rahmen einer Forderungsanmeldung von den Grazern einzufordern. "Der GAK fügt der Liga einen massiven finanziellen Schaden zu. Den Vereinen, dem gesamten Profi-Fußball und möglicherweise auch dem ÖFB", so Vogl im Gespräch mit der APA.

Am Beispiel seines Klubs Ried erklärte Vogl: "Ried liegt derzeit auf Rang drei der Liga. Durch den GAK besteht jedoch die latente Gefahr, dass die UEFA die ÖFB-Klubs vom Europacup ausschließt. Da droht ein gewaltiger Schaden." Vogl ist nun im Kontakt mit den Klubbossen der Liga. Es soll eine Liste an finanziellen Nachteilen durch das GAK-Verhalten erstellt werden, und zwar im Rahmen einer Präsidentenkonferenz. Laut Vogl werde Ried diesen Weg auf jeden Fall gehen.

Für Vogl ist der Schaden, der u.a. durch Abspringen von Sponsoren oder schwindendes Zuschauerinteresse entsteht, bereits jetzt bezifferbar, der ehemalige Bundesliga-Aufsichtsrat und nunmehrige rechtliche Berater der Liga sprach nach einer ersten überschlagsmäßigen Rechnung von 15 Millionen Euro. "Diese Summe halte ich keinesfalls für zu hoch gegriffen." Und diese Summe kann bis zum 10. April, dem Ende der diesbezüglichen Frist, im Konkursverfahren angemeldet werden.

"Es kann doch nicht sein, dass die Bundesliga in die Täterrolle gedrängt wird. An der Insolvenz ist weder das Gericht, noch der Masseverwalter oder die Liga schuld, sondern ganz alleine der GAK", so Vogl. Die Gefahr, dass Österreich aus UI-Cup, UEFA-Cup und Champions League ausgeschlossen werden könnte, sieht Vogl als "durchaus bestehend" an. "Und da geht es um etliche Millionen, man denke nur an die TV-Gelder."

Fall Kimoni: ÖFB gibt "keinen Millimeter Spielraum"
Österreichs Fußball-Bund (ÖFB) arbeitet bereits mit Hochdruck daran, dass sich das Urteil des Weltverbandes FIFA im Fall Kimoni in der Bundesliga-Tabelle wieder mit sechs Punkten Abzug niederschlägt. "Wir werden uns die Vorgangsweise des GAK nicht gefallen lassen, denn man muss hier eine klare Trennlinie zwischen dem Einhalten des Reglements und der Rettungsaktion eines Vereins ziehen", betonte ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig.

Der GAK hatte per Einstweiliger Verfügung erreicht, dass ihm neben den 22 Punkten, die dem Meister von 2004 auf Grund von Verstößen gegen die Bundesliga-Bestimmungen abgezogen worden waren, auch jene sechs Zähler aus dem Kimoni-Urteil rückerstattet wurden. Dies geschah aber nur deshalb, weil der GAK beim Landesgericht Graz anführte, sich nicht dem Internationalen Sportsschiedsgericht (CAS) in Lausanne unterworfen zu haben.

"Das ist aber gar nicht möglich, denn vor dem Obersten Gerichtshof im Sport, der das CAS ja ist, werden Fälle nur dann verhandelt, wenn beide Parteien zustimmen, die Gerichtbarkeit des CAS zu akzeptieren. Und das haben ja beide Parteien - der GAK und Herr Kimoni - getan", betonte Ludwig in diesem Zusammenhang. "Deshalb fordern wir mit aller Deutlichkeit die Umsetzung des FIFA-Urteils und geben dem GAK dabei nicht einen Millimeter Spielraum."

Die Rechtsabteilung des ÖFB wird sich dabei auch mit der Bundesliga beraten, die bereits Einspruch gegen die Einstweilige Verfügung angekündigt hat. "Für uns stellt sich etwa die Frage, ob man beim Einspruch die Punkteabzüge - die 22 durch die Liga und die 6 als Umsetzung des FIFA-Urteils - trennt", erklärte der ÖFB-Generalsekretär. "Es sind jetzt also die Juristen und Sachlichkeit gefragt."

(apa/red)