Gaddafi tot von

Libyen feiert Befreiung

Arzt nach Autopsie: Gaddafi starb an Schussverletzung. Streit um Leiche beigelegt.

  • Bild 1 von 36 © Bild: Reuters

    Das libysche Volk feiert seine Befreiung.

  • Bild 2 von 36 © Bild: Reuters

    Der tote Ex-Diktator Gaddafi wird unterdessen immer noch eifrigst fotografiert.

Libyens neue Führung bedauert den Tod des langjährigen Machthabers Gaddafi. Er hätte Gaddafi lieber vor Gericht gesehen, sagte der Ministerpräsident der Übergangsregierung, Mahmud Jibril, dem britischen Sender BBC. Jibril fügte hinzu, dass die Übergangsregierung zu einer vom UNO-Menschenrechtskommissariat geforderten Untersuchung der Todesumstände bereit sei. Heute soll eine offizielle Befreiungsfeier stattfinden. Unterdessen gab ein Arzt bekannt, Gaddafi sei an einer Schussverletzung gestorben.

Nach wie vor ist unklar, wie Gaddafi ums Leben kam. Es gibt auch den Verdacht, dass er gelyncht wurde. Gaddafi wurde am Donnerstag zunächst in einem Wasserrohr unter einer Straße in der Nähe seiner Heimatstadt Sirte entdeckt und lebend gefangen genommen. Nach Darstellung des Übergangsrates starb Gaddafi später in einem Krankenwagen. Der Fahrer des Wagens sagte allerdings der Nachrichtenagentur Reuters, Gaddafi sei bereits tot gewesen, als er den Körper in Empfang genommen habe.

Ein Sprecher des Übergangsrates hatte erklärt, Gaddafi sei ins Kreuzfeuer seiner Anhänger und der Regierungstruppen geraten und dabei getötet worden. Dagegen behauptete ein junger Mann in einem im Internet veröffentlichten Video, Gaddafi getötet zu haben. Die Leichen Gaddafis und seines Sohnes Motassim wurde auch noch am Samstag in einem Kühlraum in der Stadt Misrata zur Schau gestellt.

Autopsie: Gaddafi starb an Schussverletzung
Nach Angaben eines Arztes ist Gaddifi einer Schussverletzung erlegen. Die Todesursache sei ziemlich eindeutig, sagte ein an der Autopsie beteiligter Arzt der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Ob es sich bei der tödlichen Schussverletzung um die offensichtliche Kopfwunde an Gaddafis Leichnam handelt, ließ der Mediziner offen. Die Autopsie sei noch nicht ganz abgeschlossen. Einige Punkte müssten noch geklärt werden, bevor der Bericht der Staatsanwaltschaft übergeben werden könne, fügte der Arzt hinzu. "Aber alles wird veröffentlicht. Nichts wird verheimlicht."

Leiche soll an Angehörige übergeben werden
Der bizarre Streit um den Leichnam des getöteten Ex-Diktators scheint unterdessen ein Ende zu nehmen. Ursprünglich wollte der Nationalrat die Leiche an einem geheim gehaltenen Ort beisetzen, damit kein Wallfahrtsort entsteht. Dann forderte aber der Stamm Gaddafis die Herausgabe der Leichen des ehemaligen Machthabers sowie dessen Sohn Mutassim. Nun sollen beide Leichen an Angehörige übergeben werden.

Befreiungsfeier soll neue Ära einläuten
In Libyen soll an diesem Sonntag nun auch offiziell eine neue Ära beginnen. Nach dem Tod des Ex-Diktators will der Vorsitzende des Übergangsrates, Mustafa Abdul Jalil, mit einem Tag Verspätung in Benghazi die vollständige Befreiung des Landes verkünden. Nach der Feier soll binnen 30 Tagen eine provisorische Regierung gebildet werden. Diese soll dann bis Juni 2012 Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung vorbereiten. Dieses Gremium wiederum soll eine Verfassung ausarbeiten, auf deren Grundlage dann innerhalb eines Jahres ein Parlament und ein Präsident gewählt werden.

Auch Libyens Nachbarland Algerien zieht einen Schlussstrich und weist Gaddafis zweite Ehefrau Safia sowie mehrere Familienangehörige in einen nicht näher bezeichneten arabischen Golfstaat aus.

Der Regierungschef des Nationalen Übergangsrates in Libyen, Mahmoud Jibril, hat sich skeptisch über den anstehenden Wiederaufbau des Landes geäußert. Dies werde "keine einfache Aufgabe" sein, es sei eher eine "unmögliche Mission", sagte Jibril am Samstag beim Weltwirtschaftsforum in Jordanien. Nun müssten in Libyen Stabilität und Ordnung wiederhergestellt werden, "was bedeutet, dass die Waffen in den Straßen eingesammelt werden müssen, das ist keine einfache Aktion". Zugleich zeigte sich Jibril "erleichtert" über den Tod Gaddafis.

Kommentare

Ivoir

Befreiung des Landes Nach dem Tod des Ex-Diktators heißt der Neue Mahmoud Jibril. Er bekennt sich schon jetzt als unfähig und nennt den Wiederaufbau eine "unmögliche Mission", sagte Jibril am Samstag beim Weltwirtschaftsforum. Er wird sich also bald die Milliarden von seinem Vorgänger unter den Nagel reißen und dem Volk sagen wo es lang geht. Wenn\'s nicht anders geht dann eben mit militärischer Hilfe. Vielleicht müssen auch die NATO-Söldner nochmal eingreifen?
Warum er über Gaddafis Tod erleichtert ist, entbehrt jeglichen Kommentars.

UNO UNO will Untersuchung wie der Massenmörder um das Leben gekommen ist.
Wegen seiner Opfer hat sich niemand aufgeregt.
Er war ja auch der gute Freund vieler Politiker.

Aha, Libyen feiert. Libyen darf jetzt feiern dass sein Öl eingenommen wurde. Überhaupt die 1,7 Millionen Leute (mehr als ein Viertel der gesamten Bevölkerung!!) die FÜR Gaddafi demonstriert haben. Toll wurden sie befreit, die 30 000 Toten sind da ja egal. Gegen Irak eh nur Firlefanz. Also, ein hoch auf die zivilisierten Befreier.

http://www.youtube.com/watch?v=ieqe4mj09M4&feature=related

Seite 1 von 1