Gaddafi ist tot von

Erste Reaktionen

EU: Tod von Ex-Machthaber läutet Ende einer Ära von Depotismus und Repression ein

Gaddafi ist tot - Erste Reaktionen © Bild: APA/EPA/Ferrari

Als "Ende einer Ära von Depotismus und Repression" haben die EU-Spitzenpolitiker Herman Van Rompuy und Jose Manuel Barroso den von Vertretern des libyschen Übergangsrats verkündeten Tod von Diktator Muammar al-Gaddafi bezeichnet. Der EU-Ratspräsident und der EU-Kommissionschef betonten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung: "Heute kann Libyen ein Kapitel seiner Geschichte abschließen und eine neue demokratische Zukunft in Angriff nehmen."

Sie riefen den Übergangsrat auf, einen Versöhnungsprozess auf breiter Basis zu verfolgen, der einen demokratischen, friedlichen und transparenten Übergang des Landes gewährleiste. Das libysche Volk habe zu lange an Despotismus und Repression gelitten.

Ban Ki-moon: "Zeit für Wiederaufbau und Heilung"
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den Tod des gestürzten libyschen Machthabers als entscheidenden Wendepunkt für das nordafrikanische Land bezeichnet. "Dieser Tag markiert eindeutig einen historischen Übergang für Libyen", sagte Ban am Donnerstag am UN-Sitz in New York. Der weitere Weg für die libysche Bevölkerung werde aber "schwer und voller Herausforderungen" sein. "Jetzt ist es an der Zeit, dass alle Libyer zusammenkommen", sagte Ban. Der UN-Generalsekretär rief die Kämpfer auf beiden Seiten auf, ihre Waffen niederzulegen. "Das ist eine Zeit für Wiederaufbau und Heilung."

Faymann fordert "demokratischen Neubeginn"
"Einem demokratischen Neubeginn in Libyen steht nichts mehr entgegen", stellte Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann fest. "Die Befehle zum gewaltsamen Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung sind besonders zu verurteilen. Wegen Gaddafis Entscheidungen waren tausende Opfer zu beklagen." Über die vergangenen Jahrzehnte habe das Gaddafi-Regime die Grund- und Menschrechte immer wieder verletzt und viel Leid über die Zivilbevölkerung gebracht, betont der Bundeskanzler laut einer Aussendung.

Berlusconi spricht über Gaddafis Tod
"Der Krieg ist zu Ende": Mit diesen Worten hat Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi die Todesmeldung kommentiert. Laut Berlusconis Vertrauensleuten habe der Premier den lateinischen Spruch "Sic transit gloria mundi" (So vergeht der Ruhm der Welt) hinzugefügt. Die ehemalige Kolonialmacht Italien war bis zum Beginn des Anti-Gaddafi-Aufstandes Mitte Februar der engste Verbündete und wichtigste Handelspartner des libyschen Regimes in Europa.

Merkel: "Blutiger Krieg geht zu Ende"
Mit dem Tod von Gaddafi geht nach den Worten von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel ein blutiger Krieg zu Ende, den dieser gegen sein eigenes Volk geführt habe. "Dieser Tag setzt einen Schlusspunkt unter das Regime Gaddafi, es ist ein wichtiger Tag für die Libyer", erklärte Merkel am Donnerstag. "Der Weg ist nun endgültig frei für einen politischen Neuanfang in Frieden. Darüber ist Deutschland erleichtert und froh."

Frankreich begrüßt "Ende von 42 Jahren Tyrannei"
Der französische Außenminister Alain Juppe (UMP) hat "das Ende von 42 Jahren Tyrannei" in Libyen begrüßt und betont, dass Frankreich "stolz darauf" sei, dem libyschen Volk geholfen zu haben. "Die Ankündigung des Todes von Gaddafi und der Fall von Syrte sind das Ende einer sehr schwioerigen Periode für das libysche Volk. Es ist das Ende von 42 Jahren Tyrannei, eines Militärkonflikts, der sehr hart für das libysche Volk war", so Juppe.

Russland setzt auf Demokratie
Russland hofft nun auf Frieden in dem nordafrikanischen Land. Kremlchef Dmitri Medwedew forderte die Vertreter des Übergangsrates und der verschiedenen Stämme zu einer Einigung über die künftige Regierung auf. "Libyen muss ein moderner demokratischer Staat werden", sagte Medwedew am Donnerstag bei einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte in Moskau nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Zu diesem Zeitpunkt ging der Kremlchef noch von einer Gefangennahme Gaddafis aus.

Vatikan hofft auf friedliche Zukunft
Nach dem Ende von Diktator Muammar al-Gaddafi hofft der Vatikan laut Kathpress auf einen raschen Übergang zu geordneten Verhältnissen in Libyen. "Angesichts des Todes eines Menschen kann man sich nicht freuen", sagte der Botschafter des Papstes für Libyen, Erzbischof Tommaso Caputo, der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur KNA. "Ich hoffe, dass dieses Ereignis zu einer Zukunft der Eintracht und des Friedens führt", so der italienische Vatikandiplomat.

Chavez bedauert Tod Gaddafis
Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat den Tod Gaddafis bedauert und von "Mord" an ihm gesprochen. Sein früherer Verbündeter werde als "Märtyrer" und "großer Kämpfer" in Erinnerung bleiben, erklärte er. Chavez hatte seit Beginn des Aufstandes in Libyen vor acht Monaten Gaddafi die Treue gehalten. Er betrachtete den libyschen Machthaber als Freund und Verbündeten. Er hatte ihn stets ermuntert, der "imperialistischen Aggression" der NATO Widerstand zu leisten. Deswegen gab es Spekulationen, Gaddafi könnte versuchen, nach Venezuela ins Exil zu gehen. Ziel des Westens sei es, sich der libyschen Ölreserven zu bemächtigen, meinte Chavez.

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Gadaffi und Co So enden Machthaber, die sich gegen das Volk gerichtet haben.

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