Gaddafi bezeichnet Allianz als die "neuen Nazis": Luftangiffe gegen Libyen fortgesetzt

Libyscher Armeesprecher verkündete Waffenruhe Erste Angriffswelle gegen Regime war "erfolgreich"<br>Arabische Liga kritisiert Vorgehen der Streitkräfte

Die internationale Militäroperation gegen Libyen dauert an. Frankreich und die USA flogen erneut Angriffe gegen Stellungen des Regimes von Machthaber Gaddafi. Die erste Angriffswelle war laut US-Generalstabschef Mullen erfolgreich. Gaddafi kündigte unterdessen im Staatsfernsehen einen Abwehrkampf seines Volkes gegen die internationale Militärintervention an.

"Alle Libyer sind nun bewaffnet", sagte er in der Ansprache im staatlichen Fernsehen, in der er nur zu hören und nicht zu sehen war. "Wir werden gegen euch kämpfen, wenn ihr eure Angriffe fortsetzt", sagte er an die westliche Allianz gewandt, die am Vortag mit Militärschlägen gegen Stellungen des Regimes begonnen hatte. "Dies ist nun eine Konfrontation des libyschen Volkes mit Frankreich, Großbritannien und den USA, mit den neuen Nazis", erklärte Gaddafi.

Frankreich und die USA setzten indes ihre Luftangriffe auf die Gaddafi-Truppen fort. Der Militäreinsatz dient laut US-Generalstabschef Mullen nicht dem Sturz Gaddafis. Ziel sei es, die libysche Zivilbevölkerung zu schützen. Um die Kampfkraft der Gaddafi-Truppen zu schwächen, plane die internationale Koalition, deren Nachschublinien anzugreifen, sagte Mullen dem Nachrichtensender CNN.

Luftangriffe "erfolgreich"
Die erste Angriffswelle auf Libyen zur Durchsetzung einer Flugverbotszone war laut Mullen erfolgreich. Es sei gelungen, den größten Teil der libyschen Flugabwehr auszuschalten. Auch viele Start- und Landebahnen seien zerstört worden. Die erste Welle der Angriffe sei "sehr effektiv gewesen", sagte Mullen. Ihm lägen keine Berichte über erhebliche zivile Opfer vor, fügte er hinzu.

Auch der britische Verteidigungsminister Liam Fox bezeichnete den Start der Militäroperation als "sehr erfolgreich". Die Behauptung des Gaddafi-Regimes, bei den Angriffen auf Tripolis seien Dutzende Zivilisten getötet worden, bezeichnete er als Propaganda.

Kritik von der Arabischen Liga
Der Chef der Arabischen Liga, Amr Moussa, kritisierte das Vorgehen der internationalen Streitkräfte in Libyen. Die Luftangriffe dienten nicht dem vereinbarten Ziel, eine Flugverbotszone über dem Land durchzusetzen, sagte Moussa. "Wir wollen Schutz für die Zivilbevölkerung und keinen Beschuss weiterer Zivilisten", fügte er hinzu.

Gaddafi-Truppen griffen unterdessen weiter das von ihnen eingeschlossene Misrata an. Die Stadt würde von drei Seiten mit Artilleriegeschützen beschossen, sagte ein Bewohner der BBC. Wohngebiete lägen unter schwerem Feuer. Bei den heftigen Kämpfen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen waren am Freitag und Samstag in der Küstenstadt Benghazi nach Krankenhausangaben mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen.

Waffenruhe?
Die libyschen Streitkräfte sind nach Angaben eines Sprechers angewiesen worden, einen ab sofort gültigen Waffenstillstand zu befolgen. Das meldeten die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP am Sonntagabend. Das Gaddafi-Regime hatte schon am Freitag eine Waffenruhe angekündigt, diese aber nicht eingehalten. Knapp zuvor hatte es am Sonntag noch geheißen, dass in der libyschen Hauptstadt Tripolis Geschütze der Luftabwehr abgefeuert worden seien. Die Schüsse seien auch in der Nähe der Residenz von Machthaber Muammar al-Gaddafi zu hören gewesen.

Eine Bestätigung, dass im Zuge der internationalen Militäraktion gegen Gaddafi auch Ziele in Tripolis angegriffen wurden, gab es vorerst aber nicht. Ein Militärbündnis unter Führung der USA, Frankreichs und Großbritanniens hatte am Samstag mit massiven Luftschlägen gegen die Truppen Gaddafis in den Libyen-Konflikt eingegriffen. Kampfjets und Marschflugkörper zerstörten Flugplätze, Luftabwehrstellungen, Waffendepots, Panzer und Militärlastwagen in den von Gaddafi kontrollierten Landesteilen. Die Angriffe sollen dem Schutz von Zivilisten dienen, allerdings gab es auch Tote unter der Zivilbevölkerung. Das hatte auch den Protest der Arabischen Liga hervorgerufen.

(apa/red)

Kommentare

Ivoir
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Chef der Arabischen Liga Sieh an, es gibt auch noch Menschen mit Hirn. EU und US sollten bei dem Mann in die Lehre gehen.
Meine persönliche Hochachtung!

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Re: Chef der Arabischen Liga gehts dir eh gut? welche Drogen hast du genommen?

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